
?Die Erkundung einer reellen Selbstinszenierung in Ann?herung an Aspekte der Identit?tsbildung? nennt Jana Debus ihr Videokonzept, in dem die 19-j?hrige Leonie Saint dem Betrachter Einblicke in ihr Leben als Porno-Darstellerin gew?hrt. Diese reflektiert dabei vor laufender Kamera ihr Selbstverst?ndnis als Sexfilmanimateurin anhand von Erlebnissen, Empfindungen und Erinnerungen. Die Frage nach der Degradierung in der Rolle als Frau, die sich durch ihren K?rper ?darstellt?, soll dabei als Angriffsfl?che zu einem Diskurs verstanden werden, ?den sie selbst am besten zu f?hren versteht?. In der fragmentarischen Erz?hlform gleicht Leonies Identit?t einem Puzzle, das letztlich nie zu einem Ganzen zusammengef?gt werden kann. Diverse Momente und Eindr?cke aus ihrem Leben k?nnen lediglich erhascht werden, wobei sich der Betrachter stets selbst als Voyeur ertappt f?hlt. Bild und Sprache stimmen hier nicht ?berein, sondern werden als gleichberechtigte Erz?hlformen nebeneinander gestellt und ergeben eine Doppelperspektive. In den klaren und schlichten Einstellungen dominiert vor allem Leonies K?rpersprache, unterblendet von Detailaufnahmen aus ihrer privaten Umgebung. Dass Pornografie l?ngst zur Kultur geh?rt und salonf?hig ist, haben nicht erst Jeff Koons und Ilona Staller alias Cicciolina in den 1990er Jahren bewiesen. [KL]