| Jeanne Faust *1968, lebt in Hamburg répéter alba negra/weiße Nächte üben
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Ein paar rumänische Männer und Frauen scharen sich in einem Pariser Vorort um ein Bügelbrett, auf dem ein Mann mit flinken Fingern eine Variation des Hütchenspiels darbietet. Drei schwarze Holzplättchen, von denen nur eines eine weiße Markierung auf der Unterseite aufweist, werden mehrfach getauscht und verschoben, wobei es gilt, das Plättchen mit der Markierung wiederzufinden. Das Spiel, das man aus größeren Städten und Tourismuszentren kennt, mutet in dieser einsamen Umgebung zunächst etwas befremdlich an. Die scherzhafte und freundschaftliche Atmosphäre hat im Grunde nichts mit dem betrügerischen Charakter des Trickspiels gemein. Plötzlich fällt die Inszenierung ins Auge: Die Frauen spielen Lockvögel, die bei ihrem späteren ›Auftritt‹ in der Stadt die Menschen durch Spielgewinn und -verlust zum Stehenbleiben und Mitmachen animieren, während die Männer kunstfertig die Fingerchoreographie des Plättchenverschiebens proben. Weiße Nächte üben zeigt die theatralische Probe eines der ältesten Falschspiele unserer Zeitrechnung, das dabei zum Spiel im Spiel mutiert. Es mag eine ironische Anspielung des Titels auf die Tatsache sein, dass ein heute sehr populäres Pariser Kulturfest La nuit blanche [Die weiße Nacht] genannt wird. [JZ]
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