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© Geoffrey Garrison

Geoffrey Garrison *1978, lebt in Brüssel

The Cut
2005/2006 >> 20:00 min, Ton, Farbe

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Grellrot geschminkte Lippen, auf die ein Frauengesicht reduziert ist, zeigen die Symptome einer Hysterikerin, wie sie der Wiener Arzt Joseph Breuer, ein Kollege Sigmund Freuds, Ende des 19. Jahrhunderts beschrieb. Dies ist die Eingangsszene von Geoffrey Garrisons Videoarbeit The Cut, die sich auf die populäre Film-Biographie Freud: The Secret Passion [1962] von John Huston bezieht. Sechs Sequenzen, die sich immer wieder überschneiden, thematisieren das Problem der Darstellbarkeit von Geschichte, wobei mit Hilfe der Fiktion Geschichtslücken geschlossen werden. Die Mehrfachbesetzung der Schauspieler kompliziert das Geflecht von Zitat und Erfindung – einzige Konstante ist dabei die Figur des Regisseurs John Huston. So diskutiert beispielsweise die Figur des Schauspielers Montgomery Clift, der in Hustons Film Sigmund Freud darstellt, mit der fiktiven Marilyn Monroe – seiner Filmpartnerin aus The Misfits [1961] – über Schlafprobleme. Die Figur des Regisseurs selber wird vom FBI nach ihrem Verhältnis zum Kommunismus befragt. In zahlreichen weiteren filmgeschichtlichen Verweisen wird nicht nur der Konflikt angesprochen, der mit der Erwartungshaltung von Produzent und Rezipient einhergeht, sondern auch ein skurriles Stück über die Entstehung eines Hollywoodfilms entworfen. [JZ]



Seite druckenSuchenSitemapSeitenanfangLetztes Update  24.02 2007 / 14:02 CET