
Bildf?llend und malerisch pr?sentiert sich der erotische rote Mund der K?nstlerin Lia Anna Hennig mit seinen makellos wei?en Z?hnen. Im Verlaufe ihrer Videoperformance Eat Me verwandeln sich die anf?nglich durch ihre Sch?nheit aufreizenden Lippen mittels Bewegung und Nahsicht auf die Schleimh?ute zu einer amorphen, fleischlichen Masse. Die animalische Anmutung kulminiert, als im Close Up ein Kaugummi in gro?en Blasen auf den grellfarbenen Lippen zerplatzt. Gleich einem Fischauge ruht das rote, fleisch?hnliche St?ck inmitten der Explosion, bis es von dem mit Lippenstift verschmierten Mund gierig eingesogen wird.
Die Metamorphose vom Sinnesorgan zur zellartigen Substanz wird durch die den Bildern unterlegte Tonspur humorvoll unterst?tzt. Anf?ngliches St?hnen und lustvolle Schreie unterstreichen die erotische Komponente. Klappernde Z?hne und wildes Schmatzen evozieren dagegen das Bild einer Kannibalin. Schlie?lich wird in comichafter ?berzeichnung das Zerplatzen der Blasen mit ?ping? und ?puff? akustisch untermalt. Der gedanklich assoziative Prozess gleicht visuell einer Farbenexplosion auf dem Monitor, der s?mtliche Nuancen des Rotspektrums offenbart. Mit einem Augenzwinkern zeigt Hennig den Mund als ein ambivalentes Werkzeug, das sich zwischen K?ssen und Bei?en, Kannibalismus und Glamour, Erotik und Ekel bewegt. [NI]