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© Lia Anna Hennig

Lia Anna Hennig *1981, lebt in London

Eat me
2006 >> 28:00 min, Ton, Farbe

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Bildfüllend und malerisch präsentiert sich der erotische rote Mund der Künstlerin Lia Anna Hennig mit seinen makellos weißen Zähnen. Im Verlaufe ihrer Videoperformance Eat Me verwandeln sich die anfänglich durch ihre Schönheit aufreizenden Lippen mittels Bewegung und Nahsicht auf die Schleimhäute zu einer amorphen, fleischlichen Masse. Die animalische Anmutung kulminiert, als im Close Up ein Kaugummi in großen Blasen auf den grellfarbenen Lippen zerplatzt. Gleich einem Fischauge ruht das rote, fleischähnliche Stück inmitten der Explosion, bis es von dem mit Lippenstift verschmierten Mund gierig eingesogen wird.

Die Metamorphose vom Sinnesorgan zur zellartigen Substanz wird durch die den Bildern unterlegte Tonspur humorvoll unterstützt. Anfängliches Stöhnen und lustvolle Schreie unterstreichen die erotische Komponente. Klappernde Zähne und wildes Schmatzen evozieren dagegen das Bild einer Kannibalin. Schließlich wird in comichafter Überzeichnung das Zerplatzen der Blasen mit »ping« und »puff« akustisch untermalt. Der gedanklich assoziative Prozess gleicht visuell einer Farbenexplosion auf dem Monitor, der sämtliche Nuancen des Rotspektrums offenbart. Mit einem Augenzwinkern zeigt Hennig den Mund als ein ambivalentes Werkzeug, das sich zwischen Küssen und Beißen, Kannibalismus und Glamour, Erotik und Ekel bewegt. [NI]



Seite druckenSuchenSitemapSeitenanfangLetztes Update  24.02 2007 / 14:02 CET