
Mischa Kuball *1959, lebt in D?sseldorf
Heimkino(Amateurfilm)
1968/2006 >> 8:05 min, Ton, Farbe
Ein Amateurfilm aus den sp?ten 1960er Jahren zeigt Urlaubsimpressionen. Ob es die einheimischen Hunde, die mediterrane Landschaft oder fr?hliche Menschen bei ihren Freizeitbesch?ftigungen sind: Alles, was gerade verf?gbar war, wurde mit der Super 8 Kamera aufgenommen. Die Bilder scheinen keiner Regie zu folgen, ihre Auswahl mutet rein zuf?llig an und gehorcht auch keiner im klassischen Sinne narrativen Struktur. Mischa Kuball reflektiert hier den popul?ren Versuch, unwiederbringliche Erlebnisse zu konservieren, um sie sp?ter im Heimkino [Amateurfilm] wieder aufleben zu lassen. Doch der Versuch, Erinnerungen technisch abrufbar zu machen ist per se zum Scheitern verurteilt: Die Vergangenheit l?sst sich auch mit den Mitteln der Heimkinematografie nicht wiederbeleben. Durch die Wiederholung der Bilder im Loop wird dieses Unterfangen ad absurdum gef?hrt. Wie ein Schleier des Vergessens legt sich in Kuballs Video ein schwarzer Schatten vor die privaten Filmaufnahmen. Er geh?rt der Kamera, deren Pr?senz die zeitliche wie pers?nliche Distanz des Betrachters zu den gezeigten Bildern auch r?umlich vor Augen f?hrt. Heimkino [Amateurfilm] thematisiert die technischen Prozesse von Aufnahme und Wiedergabe. Das Abfilmen als k?nstlerischer Akt schafft eine Metaebene und bietet eine komplexe Reflexion ?ber das Medium Film. [CZ]