
Die Kamera ist Zeugin des Entstehungsprozesses von Losing my Face, doch vermag sie nicht den Raum zu durchdringen und zu kadrieren. Aus der Froschperspektive fokussiert sie den K?nstler, dessen Kopf nur zu erkennen ist, als ihm die Haare zusammengebunden und an einem von der Decke h?ngenden Seil befestigt werden. Urpl?tzlich ger?t der Kopf in scheinbare Bewegung und schwingt an dem Seil wie ein imagin?res Pendel durch das Bild. Das Gesicht ? verst?rkt durch eine konstante Verwischung und leichte Unsch?rfe der aufgenommenen Bilder ? verzerrt sich zu immer neuen flie?enden Formen und ?berg?ngen. Bewegung in Raum und Zeit wird durch die somnambule Bild?sthetik optisch erfahrbar. Die Tonspur unterstreicht durch ein rhythmisches Ger?usch die Assoziation zu einem Pendel.
Die zeitliche und r?umliche Bewegung geht jedoch nicht von der Person, sondern einzig und allein von der Kamera aus. Der ?bergang von Statik in Bewegung geschieht mithin durch eine Maschine. Mit Hilfe von Maschinen setzt der Mensch seine Intentionen um und bringt die Welt in Fluss. Das Gesicht des K?nstlers, stellvertretend f?r das Individuum, verliert sich jedoch im Strom der technologisch gepr?gten Zeit. Im Prozess des maschinell gest?tzten Schaffens wird die Welt ihrer urspr?nglichen Erfahrbarkeit beraubt. F?r einen kurzen Augenblick scheint selbst die Fratze des Todes im Fluss der amorphen Bilder aufzuleuchten. [HS]