| Aki Nakazawa *1976, lebt in Köln & Tokyo Negai wo hiku/Drawing wishes
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Ein statischer Bildkader legt den Blick auf einen wolkenlosen blauen Himmel frei. Gerahmt von einem Fenster bildet sich lediglich eine dreieckige Lichtreflexion auf der Glasscheibe ab. Aus der perspektivischen Untersicht erahnt man die Spitzen von Hochhäusern am unteren Bildrand. Die extrem verknappten Bildinformationen lassen eine konkrete Verortung offen. Parallel entfaltet sich auf der Tonspur ein Telefongespräch in japanischer Sprache, ein Dialog mit der fernen Heimat. Die Austauschbarkeit von Attributen und Identitäten steht in Aki Nakazawas Video Drawing Wishes nicht nur auf der visuellen, sondern auch auf der sprachlich-inhaltlichen Ebene im Vordergrund: Sie fände keine großen Unterschiede zu Japan, antwortet die Stimme einer Frau, als ihr männlicher Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung sie nach erfahrenen Unterschieden zwischen den Kulturen fragt. Der größte Unterschied, sagt die Frau, seien die Kondensstreifen am Himmel. »It’s really like a dream, but just normal here.« Und dann beginnen die Kondensstreifen, die parallel zu dem Gespräch den neutralen Himmel im Videobild durchschnitten haben, zu tanzen. Nicht mehr identifizierbare Alltäglichkeit wird mit einem Mal zu einer neu entdeckten Seherfahrung. Das Gespräch endet und die Spuren verblassen. [FG] |