
Aki Nakazawa *1976, lebt in K?ln & Tokyo
Negai wo hiku/Drawing wishes
2006 >> 4:35 min, Ton, Farbe
Ein statischer Bildkader legt den Blick auf einen wolkenlosen blauen Himmel frei. Gerahmt von einem Fenster bildet sich lediglich eine dreieckige Lichtreflexion auf der Glasscheibe ab. Aus der perspektivischen Untersicht erahnt man die Spitzen von Hochh?usern am unteren Bildrand. Die extrem verknappten Bildinformationen lassen eine konkrete Verortung offen. Parallel entfaltet sich auf der Tonspur ein Telefongespr?ch in japanischer Sprache, ein Dialog mit der fernen Heimat. Die Austauschbarkeit von Attributen und Identit?ten steht in Aki Nakazawas Video Drawing Wishes nicht nur auf der visuellen, sondern auch auf der sprachlich-inhaltlichen Ebene im Vordergrund: Sie f?nde keine gro?en Unterschiede zu Japan, antwortet die Stimme einer Frau, als ihr m?nnlicher Gespr?chspartner am anderen Ende der Leitung sie nach erfahrenen Unterschieden zwischen den Kulturen fragt. Der gr??te Unterschied, sagt die Frau, seien die Kondensstreifen am Himmel. ?It?s really like a dream, but just normal here.? Und dann beginnen die Kondensstreifen, die parallel zu dem Gespr?ch den neutralen Himmel im Videobild durchschnitten haben, zu tanzen. Nicht mehr identifizierbare Allt?glichkeit wird mit einem Mal zu einer neu entdeckten Seherfahrung. Das Gespr?ch endet und die Spuren verblassen. [FG]