| Nico Roicke *1979, lebt in Potsdam Panzer
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Niko Roickes Video zeigt die Entwicklung und Vermarktung eines Massenprodukts, dessen Zweck zunächst nicht näher bestimmt wird. Vielmehr suggerieren Text und Bild, dass es sich dabei um das »perfekte Produkt für die gesamte Familie« handele, die Lösung aller Probleme. Doch das Wissen um die eigentliche militärische Verwendung dieses Produktes – eines Panzers – weckt unweigerlich die Erwartung von Kriegsszenen, die indessen nicht eintreten. Die Assoziationen stehen somit in extremem Gegensatz zu der im Video aufgebauten Utopie. Roicke spielt mit diesen Ebenen und vermittelt so eine ironische Gesellschaftskritik, die eine akustische Entsprechung in der Musik der Mediengruppe Telekommander findet, für deren titelgebendes Stück Panzer als Videoclip entstand. Ästhetisch erinnert die Arbeit sowohl an die konsumkritischen Collagen der PopArt, als auch an Musikvideos der 1980er Jahre. Obwohl das Video einer digitalen Bearbeitung unterliegt, entsteht durch die Verwendung von 2D-Collagen ein analoger Eindruck. Als Basis dienen 80 Collagen, die aus vorgefundenem Filmmaterial verschiedener Jahrzehnte bestehen. Roicke artikuliert so seine kritische Betrachtung des Massenkonsums und der damit verbundenen Medien. [CZ] |