
Bereits die ersten Sequenzen von Hunting Grounds offenbaren den starken Gestaltungswillen, mit dem diese Arbeit inszeniert ist. Die Bilder sind von aufw?ndiger Brillianz, ihre Ausschnitte feinst kadriert ? und sie produzieren dem Betrachter in ihrer Dichte eine Unausweichlichkeit, die nicht zuletzt auch der mit Krimielementen durchsetzten Erz?hlebene eignet. Tats?chlich f?llt es schwer, sich deren Spannung zu entziehen. Denn es ist eine, die dem, was die Oberfl?che betrachten l?sst, im gleichen Moment die unbedingte Vermutung zur Seite stellt, dass sich hinter ihr ein Tor zu einer obsessiven Abgr?ndigkeit ?ffnet. Ein Tor gleichsam zum Gegenteil dessen, was mit der Welt des Hochadels, der Diner-Soirees und der Jagdgesellschaften sichtbar wird. Vielmehr legt die wortlos inszenierte und neben stark akzentuierter Tonspur nur vom Instrumentarium eines String Quartetts intonierte Arbeit den Blick offen auf ein unerbittliches Grundprinzip des gesellschaftlichen Miteinanders: auf die Mechanismen ? und so formuliert es der K?nstler selbst ? von ?Trieb und Verlangen und die darin angelegte Dialektik von J?ger und Gejagtem?. Dass sich Schmidt in der Visualisierung dessen eines vermeintlich ?berkommenen Sujets bedient, verdichtet die Kraft seiner Arbeit nur umso mehr, insofern als gerade eine extreme Form von Emotionsrepression ? in der Etikette der Adelswelt ? auf deren nahezu extremste Negation trifft: das animalische (Auf)Begehren. [WAD]