
In ihrem Video Ghost Story erz?hlt Erica Scourti ihr Leben in Form einer Collage aus Titeln verschiedener Autobiografien ber?hmter Pers?nlichkeiten. Die eigene Biografie der K?nstlerin ger?t so zu einer fragmentarischen Lebensgeschichte, die teils sehr subjektiv durch das Prisma der Erinnerung betrachtet wird. Die Grenze zwischen Realit?t und Fiktion verschwimmt, wodurch zugleich der Wahrheitsgehalt der zitierten B?cher hinterfragt wird.
Die Stimme im Video stammt nicht von Erica Scourti selbst, sondern von Elisa McCave, die die Texte der Cover in variierender Geschwindigkeit liest und der Ghost Story so eine ungeahnte Dramatik verleiht, welche am Ende in Ironie umschl?gt. Der Aufforderung ?Please smile? kommt der Betrachter gerne nach.
Seit den 1960er Jahren besch?ftigt sich die Kunst in Ausstellungen und Publikationen verst?rkt mit der Verkn?pfung von Schrift und Bild. Neue Medien, Bildbetrachtung, Sprache, visuelle und akustische Poesie sind auch Inhalt von Ghost Story. Erica Scourti transferiert damit ein klassisches Thema der Kunst des 20. Jahrhundert in das Medium Video und hinterfragt so die Grenzen traditioneller Gattungen, aber auch die Mechanismen des Visualisierens. Ankl?nge an die PopArt werden unter anderem durch die Wahl der massentauglich aufgearbeiteten Bilder sowie durch den ambivalenten Charakter der Arbeit evident. [DK]