| Stefan Zlamal *1980, lebt in Wien heinrich und mary-jane |
Dass es möglich ist, auch in der Zweisamkeit einsam zu sein, dass auch im Dialog monologisiert werden kann, zeigt Stefan Zlamal in seiner Videoarbeit Heinrich und Mary-Jane. Von Sarkasmus bis Melancholie reicht die Palette an Empfindungen, die das Gespräch der beiden Protagonisten begleiten. Der Mann und die Frau, die in der Wohnung letzterer ihre vergangene Beziehung Revue passieren lassen und dabei versuchen, ihrer gegenwärtigen Gefühlslage Ausdruck zu verleihen, scheinen beständig aneinander vorbei zu reden. Die offensichtlich gestörte Kommunikation beruht auf dem Arrangement zweier Tonspuren unterschiedlicher Herkunft: Die Frau spricht mit der deutschen Synchronstimme von Liv Ullmann aus Ingmar Bergmans Film Szenen einer Ehe [1973], während die Worte des Mannes einer Lesung des Berliner Schriftstellers Sven Regener entstammen. Mit dem intertextuellen Verweis auf Bergman, dessen Figuren Johan und Marianne ebenfalls um eine gemeinsame Sprache kämpfen, wird bereits das Misslingen der Kommunikation thematisiert, was durch die zweite Tonspur noch forciert wird. Die Entfremdung der einstmals Liebenden, deren Aussagen zu zitierten Phrasen verkommen, rückt mittels der Handkamera, die durch ihre große Nähe zu den Gesichtern und Körpern eigentlich den Anspruch auf Authentizität erhebt, in den Bereich des Skurrilen. [JZ] |