VERANSTALTUNGSARCHIV 2005 |
ElektronenströmeMittwoch, 7. Dezember 2005, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn // Georg Elben im Gespräch mit den Video- und Medienkünstlern Ute Hörner und Mathias Antlfinger, Berlin
In der Reihe Elektronenströme wird das Künstlerpaar Hörner/ Antlfinger im Gespräch mit Georg Elben zentrale Video- und Computerarbeiten von den Anfängen ihrer Zusammenarbeit in den 90ern bis heute vorstellen.
In ihren Projekten spielt die Analyse der Bedingungen kultureller Praxis seit jeher eine wichtige Rolle. Die Arbeiten bewegen sich bewusst an den Grenzbereichen zwischen bildender Kunst, Journalismus und Computerspiel, zwischen Dokumentation und Fiktion. Der rote Faden zwischen den Projekten ist das Erzählen als soziale und kulturelle Praxis und die Analyse von Erzählung und ihrem Gebrauch als einem grundlegenden Schlüssel zum Verständnis von Identität.
„Immer wieder geht es um die Aktivierung des Publikums, um die Überwindung der „interesselosen Distanz“ zwischen Werk und Betrachter, wie er sich seit der Moderne als dominanter Modus der Kunstrezeption herausgebildet hat. Technologie ist dabei für Hörner/Antlfinger lediglich Mittel zum Zweck und wird niemals als Herrschaftswissen gegen den Rezipienten ausgespielt. Ihre Interfaces sind simpel, ein Miniaturfernsehturm, ein Sofakissen, trashige Pappbrillen. Dabei handelt es sich nur im engeren Sinn um Mensch-Maschine-Schnittstellen, viel mehr bilden diese Interfaces Mensch-Mensch-Kommunikationsbrücken zwischen den digital konservierten Bewusstseinströmen des Künstlerpaars und ihrem Publikum; als würde man sich kurz oder länger einem unterbrochenen im Hintergrund plätschernden Dialog über Kunst, Leben, Politik, Psychologie, Papageienaufzucht oder den neuesten Folgen von „Star Trek“ zuschalten. Kommunikation wird in den Arbeiten von Hörner/Antlfinger als zugleich lebensnotwendig und strukturell unmöglich entworfen.“ Annette Weisser
Mathias Antlfinger studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Bildhauerei bei Irmin Kamp, Ute Hörner Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien, Köln. Seit 1999 lehren Hörner/Antlfinger an der Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein, Halle.
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ElektronenströmeMittwoch, 9. November 2005, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn // Georg Elben im Gespräch mit den diesjährigen Videonale-Preisträgern Roland Schappert und Michael Ebmeyer
Für das Video »Bar/Vegetation« , das innerhalb der Reihe »Sounds im Auge« in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Michael Ebmeyer entstand, erhielten beide Autoren den Preis der Videonale 10.
»Bar/Vegetation« zeigt die Eigentümer einer Berliner Szenebar mit ihrem Kind während eines Interviews mit Schappert. Michael Ebmeyer schrieb zu dieser Szene ein Gedicht, das er auf dem Band selber spricht. Die Preisjury der Videonale hob bei der Begründung ihrer Entscheidung das »Changieren zwischen öffentlicher Situation und privater Beziehung« hervor, die »Videominiatur als betörende wie verstörende Metapher für einen gelebten Moment, der sich in einer unabschließbaren Bewegung verflüchtigt, umkehrt und wiederholt«. »Kann sein«, so Ebmeyer, »dass uns das auf die Dauer nervös macht«. Im Gespräch mit Georg Elben erläutern Schappert und Ebmeyer die Art ihrer Zusammenarbeit und zeigen weitere Kurzvideos, u. a. »Berggedicht« sowie »Rachen«, ihr zweites Kooperationsvideo.
Die Idee hierfür basiert auf einer banalen Verwechselung mit einem Drachen und initiierte erneut eine nichtlineare fiktive Geschichte, die mit der Dokumentation eines realen Ortes verbunden ist. Dabei geht es nicht um eine multimediale Aufbereitung literarischer Inhalte, sondern um Rückkopplungen und um eine intermediale Sprachfindung.
Begrüßung durch Frau Dr. Gabriele Uelsberg //
Mit freundlicher Unterstützung von |
Elektronenströme // Punkt Sieben!Mittwoch, 5. Oktober 2005, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn // »Within walking distance«
»Within Walking Distance From The Studio« war der Titel einer Ausstellung des in Mexiko lebenden belgischen Künstlers Francis Alÿs – für ihn ist Spazierengehen nicht nur Metapher, sondern künstlerischer Ausdruck an sich. Seine Prozession für das New Yorker Museum of Modern Art ist fast ein Muster, für die fein kalibrierten Zusammenhänge zwischen Performance, Dokumentation und konzeptuellem Kunstfilm – einer vielschichtigen Inszenierungs- und Erzählposition zeitgenössischer Kunst.
Der Vortrag lädt zu einer Wanderung in Etappen ein: Erste Station ist der Film über den Bau der »Spiral Jetty« von Robert Smithson in einem Salzsee von Utah, wir begleiten Tacita Dean bei ihrer Audio-Expedition »Trying to Find the Spiral Jetty« zu dieser Inkunabel der Land Art und lassen die Francis Alÿs »The Modern Procession« an uns vorbeiziehen – den Abschluß bildet eine Pilgertour mit Pawel Althamer ins Heilige Land »Pilgrimage«, aufgezeichnet von Artur Zmijewski.
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ElektronenströmeSonntag, 18. September 2005, 15 Uhr, Kunstmuseum Bonn // Contact Context – Aktuelle Videokunst aus Polen // Vortrag von Tomasz Wendland, Lukasz Ronduda und Hanna Kusmirek
Eine Zusammenarbeit der Videonale mit dem Künstlerforum Bonn.
In Kooperation mit dem IF- Museum in Poznan zeigen das Künstlerforum Bonn und die Produzentengalerie Viktoria b die Ausstellung »Contact Context«, in der Video, Fotografie, Malerei und Skulptur von insgesamt 17 Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und Polen aufeinandertreffen. Der polnische Ausstellungsbeitrag konzentriert sich ganz auf das Medium Video und nutzt dabei besonders die vielfältigen Möglichkeiten der Videoinstallation. Zusammen mit den aktuellen Positionen hiesiger Künstlerinnen und Künstler entsteht ein Kaleidoskop heutiger Befindlichkeiten, das Lust am Sehen bereitet. Aus individuellen Bewegungen und der eigenen Verortung entsteht ein Geflecht von Beziehungen. Am Anfang von »Contact Context« stand ein persönlicher Kontakt. Aus der Gewissheit, dass Kunst heute Gattungsgrenzen ignoriert wie sie politische Grenzen überwinden kann, entstand dieses Austauschprojekt zwischen Nachbarländern, das in der Galerie Arsenal in Poznan mit einer deutsch - polnischen Ausstellung während des Festivals Innerspaces fortgeführt wird.
Die Videonale hat im Rahmen von »Contact Context« den Kurator Tomasz Wendland eingeladen, die aktuelle Videoszene Polens vorzustellen.
Gezeigt werden Videos von: Michał Brzeziński, Dorota Chilińska, Arti Grabowski, Grzegorz Grzesik, k-a-c-z-m-a-r-e-k, Paweł Kwiek, Agata Michowska, Andrzej Paruzel, Józef Robakowski, Janusz Szczyrek, Viola Tycz, Marek Wasilewski
Eröffnung von »Contact Context«: 18. September 2005, 11 Uhr im Künstlerforum Bonn, 18. September 2005, 15 - 18 Uhr »Aktuelle Videokunst aus Polen«, Videonale im Kunstmuseum Bonn
Ausstellungsdauer 18. September - 2. Oktober 2005
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Elektronenströme // Punkt Sieben!Mittwoch, 7. September 2005, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn // Künstlergespräch mit Myriam Thyes // Georg Elben im Gespräch mit der Video- und Medienkünstlerin //
Weitere Informationen unter: www.thyes.com und www.strictlypublic.org
An diesem Abend wird Myriam Thyes ihre wichtigsten Werk-Zyklen mit Video- und Bildprojektionen präsentieren und im Gespräch mit Georg Elben zur Diskussion stellen. Die in der Schweiz aufgewachsene und in Düsseldorf lebende Künstlerin hat an der Düsseldorfer Kunstakademie Malerei und Videokunst studiert. Sie hat u.a. Flaggen-Installationen für den öffentlichen Raum entwickelt - 1996 in Düsseldorf und 1997 in Luxemburg. Seit 1999 arbeitet Myriam Thyes vorwiegend in den Bereichen Video- und Medienkunst sowie Computer-Animation. Medienkunst-Projekte im öffentlichen Raum realisierte sie in den Jahren 2000 bis 2004 gemeinsam mit der Künstlergruppe [ Strictly Public ].
In ihren Werken geht es Thyes um die Analyse und Umwertung kultureller (Macht- und Glaubens) Symbole, die aus Religion, Architektur, Politik oder Hollywood-Filmen allgemein bekannt sind und unseren Alltag prägen. Themen wie Geschlechterrollen, Kolonialismus, Mythen bilden inhaltliche Schwerpunkte; die Motive sind z.B. Flaggen, Weltkarten, Baudenkmäler und Filmstars.
"Symbole drücken unsere Sehnsüchte und unseren (Aber)Glauben aus. In jeder Kultur und Epoche anders, doch unaufhörlich versuchen wir mit Bildern und machtvollen Repräsentationen Orientierung, Befriedigung und Bedeutung über das alltäglich Notwendige hinaus zu schaffen bzw. zu bekommen". Thyes geht den Beweggründen, Wünschen und Ängsten für den Gebrauch von Zeichen nach und hinterfragt diese auf eine undogmatische, oft auch spielerische Weise. Sie sagt dazu: "Ich gehe davon aus, dass man überkommene Repräsentationen nicht erfolgreich unterlaufen kann, ohne sie zu benutzen, weiter zu entwickeln und ihnen neue Repräsentationen entgegen zu setzen – nicht starre, sondern flexible und veränderbare Symbole."
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Stadtkunst Bonn6. - 28. August 2005
stadtkunst bonn präsentiert zwischen dem 6. und 28. August 2005 zum fünften Mal aktuelle Kunst von KünstlerInnen, die in Bonner Ausstellungshäusern mit ihrer Arbeit vertreten sind. Projekte in allen Ausdrucksformen der Bildenden Künste finden an den verschiedensten Standorten, vom Platz bis zum Laden statt. stadtkunst bonn lenkt den Blick auf die Kunst und auf das Bonner Stadtzentrum. Ausstellungsbereich ist die Bonner Innenstadt innerhalb des City-Rings. Die künstlerische Auseinandersetzung mit Bonn als urbanen Raum wird so ermöglicht. stadtkunst bonn wird ehrenamtlich organisiert und schafft so die Möglichkeit und Anlaß, sich als Bürger für aktuelle Kunst und für Bonn als Kulturstadt einzusetzen. Es verzichtet auf finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand, da es kein "oder" sondern ein "und" der Kunstereignisse sein will.
Die Videonale Bonn beteiligt sich in diesem Jahr mit Arbeiten von:
Katja Davar: "Peoples who trash elevators", 2003 Acherstr. 8 Dirk Königsfeld: "02°56'50"W 53°25'04"N", 2004 Volksbank Bonn/Rhein Sieg, Gangolfstr. 7 Nadja Marcin: "Alta ego", 2005 Brüdergasse 17 Beate Geissler & Oliver Sann: "Return to Veste Rosenberg", 2004/05 Büroconcept + Raumdesign, Brüdergasse 26 Asli Sungu: "Steckengeblieben", 2003 und "Als ob", 2003 Roswitha Carstensen, Gangolfstr. 15
Die Stadtkunst Bonn läuft bis einschließlich Sonntag, den 28. August 2005
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iMediathekMittwoch 3. August 2005,
videoparadiso_iMediathek on the Road // Programm und Einführung: Mona Schieren // Kuratorin und Mitarbeiterin der iMediathek der Hochschule für Künste in Bremen
Videoarbeiten von acht Künstlern aus sechs Ländern werden Open Air auf dem Vorplatz des Kunstmuseums Bonn gezeigt. Bringen Sie Decken und Picknick-Körbe mit und erleben Sie neue Video-Perspektiven zum Thema »Ortserkundungen«.
»Die Stadt wirkt irgendwie so deplatziert, als ob sie sich verlaufen hätte« konstatiert die Videoarbeit »Das Gelb Ohne Zebra« die jüngst auf dem European Media Art Festival (EMAF, Osnabrück) uraufgeführt wurde. Mit ihr macht der Wiener Thomas Fürhapter (1974) den Zustand erlebbar, in einer Stadt zu sein und zugleich auch ganz woanders. Vor ihrem Villa Massimo Stipendium hat Astrid Nippoldt (D) Paris erkundet: die Place de la Concorde vor der Parade des 14. Juli. In ihrer Bild-Hauerei »Studio 77« zertrümmern Markus Korpys und André Löffler (D) Skulpturen und Gegenstände im Atelierkontext. Die Belgierin Els Opsomer fertigte ihre Arbeit »iMovie_(2) in between / shifting« mit dem Amateur-Software-Paket iLife von Apple an. Das Video enthält Fotografien von Städten Brasiliens und des Senegals, die Opsomer besuchte. Der in den Niederlanden lebende Rumäne Calin Dan zeigt einen absurden Gang durch Bukarest. Das schweizer Künstlerduo Lukas Bardill und Gabriele Gerber macht das Welt Wirtschafts Forum Davos zum Gegenstand ihres Videos: Hubschrauber kreisen am Himmel, immer wieder. Ist es ein Echtzeitvideo oder ein Loop? Die Künstler observieren die Obvervation. Seit langem eine feste Größe der internationalen Medienkunst ist Jean-François Guiton (F), der als Professor an der Kunsthochschule Bremen lehrt. Mit seiner Arbeit »Fußnote« untersucht er den Bildschirm als Präsentationsort. Ralf Küster und Olaf Simon (D) befragen in ihrem Film »Deutschland im Herbst 2001« die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Stadtraum.
Unter freiem Himmel werden die Videoarbeiten auf Vorplätzen von Museen und Ausstellungshäusern zwischen Lüttich – Basel – Bremen nach Einbruch der Dunkelheit auf die Leinwand eines Lieferwagens projiziert. Videoparadiso nimmt damit die Aufführungspraxis aus der Frühzeit des Films auf: damals wurden Filme von fahrenden Schaustellern als Kuriosum auf Marktplätzen gezeigt.
Zur iMediathek: Videokunst wird hauptsächlich in Museen gezeigt. Ist die Ausstellung vorüber, »verschwinden« die Arbeiten meist im Archiv und sind somit für die Öffentlichkeit unzugänglich – bis zur nächsten Ausstellung. Das Videokunstarchiv iMediathek hat sich zur Aufgabe gemacht, Videokunst im Internet zugänglich zu machen. Das Projekt Videoparadiso leistet in diesem Fall die Rückkopplung vom virtuellen in den realen Raum; die im Programm »Ortserkundungen« gezeigten Videoarbeiten sind wiederum auf der Internetplattform einzusehen.
nächste Station: Samstag, 6. August 2005, 22 Uhr
Vorplatz des ARP MUSEUMs, Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1, 53424 Remagen
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ELEKTRONENSTRÖME // PUNKT SIEBEN!Mittwoch, 6. Juli 2005, 19 Uhr
Künstlergespräch mit Marcel Odenbach
Eine Zusammenarbeit von Kunstmuseum Bonn und Videonale
Das Gespräch mit Marcel Odenbach ist das dritte in der Reihe der Künstlergespräche mit den »Gründern« der Kölner Videokunstszene Klaus vom Bruch, Ulrike Rosenbach und Marcel Odenbach anläßlich der Videonale 10 und der Ausstellung »Sich selbst bei Laune halten – Kunst der 70er aus der Schenkung Ingrid Oppenheim«.
Die Wahl des Mediums erläutert er folgendermaßen:
Besonders auffallend ist der enge Bezug, den Odenbachs Bilder jeweils zu seiner eigenen Person haben. Oft tritt er selbst als Handelnder auf: eine Nahaufnahme seiner Schritte oder eine Großaufnahme seiner Mundpartie beim Rauchen sind typische Beispiele. Selten sieht man die ganze Person. Der Blick des Aufnehmenden und damit auch des Betrachters wird auf die dargestellte Handlung reduziert. Odenbachs Bilder begeben sich mit einer individuellen Perspektive in zeitgeschichtliche Ereignisse und werden damit in einem sehr konkreten Sinne politisch.
Seit 2001 lehrt Marcel Odenbach – nach einigen anderen Stationen u.a. an der HfG Karlsruhe, der UCLA Los Angeles und der HdK in Berlin – an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
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PUNKT SIEBEN! // ELEKTRONENSTRÖMEMittwoch, 22. Juni 2005, 19 Uhr
Künstlergespräch mit Ulrike Rosenbach in der Ausstellung »Sich selbst bei Laune halten – Kunst der 70er aus der Schenkung Ingrid Oppenheim«
Eine Zusammenarbeit von
Ulrike Rosenbach (geb. 1943) gilt als Pionierin der Videokunst und als eine der renommiertesten deutschen Videokünstlerinnen. Seit 1972 arbeitet sie in Videoperformances, -skulpturen und -installationen konsequent mit dem Medium, das sie seit 1989 als Professorin an der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken lehrt. Bereits 1974 eröffnet Ulrike Rosenbach mit einer Video-Live-Aktion die Galerie von Ingrid Oppenheim in der Lindenstraße in Köln, dort richtet sie auch das Videostudio Oppenheim ein und betreut es zeitweise. Von Anfang an ist ihr Werk von einem feministischen Impuls getragen, 1976 gründet sie in Köln die Schule für kreativen Feminismus mit speziellen Arbeitsformen für Frauen. In der Künstlergemeinschaft Video-Rebellen mit Klaus vom Bruch, Marcel Odenbach und Rune Mields und dem Piratensender ATV (Alternativ TV) formuliert Rosenbach den Protest und eine Gegenposition zum etablierten Fernsehen und zum traditierten Kunstbegriff. Bis heute prägen Handlung und skulpturales Denken den Umgang der Beuys-Schülerin mit den neuen Medien und ihre ebenso poetische wie rigorose Kritik am (immer noch) vorherrschenden Weiblichkeitsbild.
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ElektronenströmeMittwoch, 1. Juni 2005, 19 Uhr Kunstmuseum Bonn, Auditorium
Künstlergespräch mit Klaus vom Bruch // Punkt Sieben in der Reihe Elektronenströme, in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum
In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn. Der Abend mit Klaus vom Bruch bildet den Auftakt einer dreiteiligen Reihe von Künstlergesprächen mit den »Gründern« der Kölner Videokunstszene Klaus vom Bruch, Ulrike Rosenbach und Marcel Odenbach. Klaus vom Bruch, geb. 1952 in Köln und heute Professor an der Kunstakademie in München, gilt als einer der Pioniere der Videokunst in Deutschland. Er beginnt Ende der 70er Jahre seine Laufbahn mit politisch motivierten Videobändern, in den 80er Jahren sind seine Arbeiten dann vor allem raumbezogene Installationen. Durch seine Zusammenarbeit und Freundschaft mit Ulrike Rosenbach und Marcel Odenbach entwickelt sich in Köln schon früh eine prägende Videoszene, aus der auch der erste TV-Piratensender ATV (Alternativ TV) hervorgeht. Die von ihnen hergestellten Programme werden im Umkreis von einigen hundert Metern ausstrahlt. Künstlerische Kommentare auf politische Ereignisse (z. B. »Das Schleyerband« von 1977) erhalten so eine breitere Öffentlichkeit und werden als Gegenposition zum herkömmlichen Fernsehen genutzt. Thematisch hat Klaus vom Bruch immer wieder das Verhältnis der Bundesrepublik Deutschland zu ihrer Vergangenheit und Gegenwart reflektiert. Er bedient sich hierbei der Möglichkeit des Recyclings von Fernsehbildern, die er als »found footage« neu komponiert, so wie beispielsweise in dem Tape »Ulrike. Das Projekt« (2003), das in der Ausstellung der Videonale 10 zu sehen war und in der vom Bruch seine Beschäftigung mit den Leitfiguren der RAF fortsetzt.
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festivalSamstag, 30. April bis Pfingstmontag, 16. Mai 2005 im Kunstmuseum Bonn
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ElektronenströmeMittwoch, 6. April 2005, 19 Uhr Kunstmuseum Bonn, Auditorium
Elektronenströme // Video Art; persische Mystik im Einklang mit iranischem Aktivismus Babak Tavassoli // Kurator aus Teheran // Vortrag in englischer Sprache
Im Iran gilt Videokunst eigentlich als wirkliche Literatur. Im Umgang mit dem Videoequipment kombinieren die Videokünstler die unterschiedlichsten Techniken, um somit eine Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen einerseits zu erschaffen (wie in Animations- oder Experimentalarbeiten) und andererseits (wie in Dokumentarfilmen) festzuhalten.
Um entsprechende Eigenschaften, wie sie der Titel andeutet, analysieren zu können, konzentriert sich der Vortrag auf die Hauptaspekte von Mystik und Aktivismus in der zeitgenössischen iranischen Kunstszene (hier: Videokunst) und stellt den Einklang dieser beiden Aspekte in Frage. Die Präsentation umfasst auch einige Videosequenzen iranischer Videokünstler, mit denen die Kernpunkte beispielhaft aufgezeigt werden können.
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konstrukt kinoSonntag, 3. April 2005, 17 Uhr Bonner Kinemathek in der Brotfabrik
konstrukt kino // kinderkino Thomas Steffl & Jens Kabisch // Künstler aus München
"kinderkino" knüpft an die Idee verschiedener "Kinderwelten" an, beispielsweise bei IKEA. Als transportables Kino bietet es Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder einer fachkundigen Betreuung zu übergeben und den Kindern den spielerischen Einstieg in die Welt des Kinos zu ermöglichen.
Das im "kinderkino" gezeigte Filmprogramm konzentriert sich zunächst auf die Wahrnehmungswelt der Kinder. Ausgehend von der oberflächlichen Erklärung eines Ortes, z.B. eines Bauernhofes, eines Flughafens oder einer Wiese, arbeiten die gezeigten Filme mit den verschiedenen Konventionen des Genre Film.
Im Rahmen des kinderkinoabends in der Kinemathek der Brotfabrik, dessen Programm neben ausgesuchten Kurzfilmen auch zwei der eigens von Steffl & Kabisch hierfür produzierten Filme umfasst, sollen die in der Struktur von "kinderkino" angelegten und thematisierten Grenzen des Kinos beleuchtet werden. Dabei liegt der Fokus im besonderen auf dem Modus des Rollenspiels. Steffl & Kabisch werden unter anderem als Bär und Dachs kostümiert durch die Zuschauerreihen gehen und Äpfel verteilen.
Gezeigt werden fünf bis sieben Kurzfilme, die durch den performativen Teil unterbrochen werden: "Puce moment" // Kenneth Anger // 1949 // 6 Min. "Brats" // Laurel & Hardy // 1930 // 20 Min. "Unsere Afrikareise" // Peter Kubelka // 1966 // 13 Min. "die toedliche Doris" // Tapete // 1983 // 28 Min. "Early morning" // kinderkino // Steffl & Kabisch // 2005 // 6 Min. "Ken & Rosy" // kinderkino // Steffl & Kabisch // 2005 // 5 Min.
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ElektronenströmeMittwoch, 2. März 2005, 19 Uhr Kunstmuseum Bonn, Auditorium
Theda Kluth / Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen Videokunst in Kuba
Eine breit angelegte Auswahl von jüngst entstandenen Arbeiten zeigt beispielhaft die Lebendigkeit der aktuellen Kunstszene in Kuba.
Im Jahr 1950 gab es in Kuba den ersten Fernsehsender. Kuba war also neben den USA das zweite amerikanische Land, das dieses Medium einführte. Die Kinoproduktionen in Kuba beschränkten sich bis 1959 auf sehr kommerzielle Natur- und einige Nationalfilme, darunter „the newsreels“ (produziert von den Cuba Sono Films) und der Dokumentarfilm „El Mégano“, beide Filme waren wichtig für spätere Fotografen und Filmemacher nach der Revolution. Im Jahre 1959 wurde das Cuban Institute of Cinematographic Art and Industry (ICAIC,) gegründet. Hierin sind alle Filmaktivitäten des Landes gebündelt, es wird in den Bereichen Produktion, Vertrieb, Archiv, Festival, Animation, Internationales gearbeitet und die Filmemacher sind hier organisiert. ICAIC produzierte nicht nur Spielfilme, sondern auch Dokumentarfilme und Kurzfilme entstanden und verbreiteten sich damals unter dem Einfluss von Santiago Alvarez (Gründer und Direktorder ICAIC Latin American Newsreel). Die Dokumentarfilme dieser Zeit zeichnen sich durch eine formelle Experimentierfreude und eine starke Identifikation mit den Ereignissen der kubanischen Wirklichkeit aus. Sie sind aber auch in ästhetischer Hinsicht sehr interessant und haben zur künstlerischen Entwicklung des audiovisuellen Produktion beigetragen. Währenddessen litt die ästhetische und künstlerische Entwicklung des Fernsehens unter einer Stagnation. Hier gab es wenig Experimentierfreude. Auch der Sektor der Werbefilme, die den Wettbewerb zwischen den Videofilmern gefördert haben könnten, wurde nicht gefördert. Die Videotechnologie erreichte Kuba mit viel Verspätung. Ende der 70er wurde sie im Fernsehen eingesetzt, in den 80er Jahren von Privatpersonen verwendet, dies geschah vor allem auf Familienfesten von kubanischen Amerikanern, die hiermit ihr tägliches und privates Leben dokumentierten. Die International School of Cinema in San Antonio de los Baños wurde 1986 gegründet. Sie wurde zum Teil mit von Gabriel Garcia Marquez gespendeten Nobelpreisgeldern finanziert. Viele wichtige Filmemacherinnen und Filmemacher aller Genres haben an der Schule gelehrt und lehren bis heute. Obwohl Filmschule, wurden hier auch von Studenten die ersten Videoarbeiten hergestellt. 1990 produzierte eine Gruppe junger Filmer unter der Leitung von Enrique Alvarez in den Studios der Universität die erste kubanische Videokunst. Die Videokunst aus Kuba und die kubanischen Videoproduktionen entstanden unter dem Einfluss der Dokumentarfilme von ICAIC. Die Themen umfassten Zeitgeschehen, menschlichen Ausdruck und fragmentierte Erzählungen, sowie intensive Rhythmen und Fotomontagen, alles bisher da gewesene aus den experimentellen Dokumentarfilmen des Kinos. Im Gegensatz zu anderen Ländern war das Fernsehen für kubanische Künstler Möglichkeit, sich künstlerisch weiter zu entwickeln oder Geld zu verdienen. Deshalb suchten sie andere Wege, um zu überleben, z.B. durch Videoarbeiten für Marketingzwecke oder auch Videoclips über erfolgreiche kubanische Musiker. Inzwischen wurde für diese Musikvideos im Fernsehen ein Raum geschaffen und sie werden in einem wöchentlichen Programm namens Lucas gesendet. In den Jahren 1997 und 1998 organisierte die Ludwig Stiftung Kuba (Fundacion Ludwig en Cuba) zusammen mit kanadischen Institutionen zwei Video-Workshops. Kubanische Künstler aus verschiedenen Bereichen hatten hier erstmals die Möglichkeit Videos zu drehen, zu schneiden und sich somit auszudrücken. Nationale und internationale Festivals der Videokunst wurden darauf folgend organisiert um den Austausch zwischen den Künstlern zu fördern. Inzwischen hat sich auch beim ICAIC das Medium Video stärker durchgesetzt. Während der letzten Jahre hat ICAIC fiktionale Videos, aber auch Dokumentarfilme und animierte Videoarbeiten von jungen Filmemachern gezeigt. Auch beim Internationalen Filmfestival des neuen lateinamerikanischen Films sind Videosektionen geschaffen worden, bei denen auch Videos kubanischer Künstler vorgestellt werden. Das Programm des heutigen Abends wurde in Kooperation mit der Ludwig Stiftung in Cuba zusammengestellt. Es soll versucht werden, einen generellen Eindruck über die sich noch am Anfang befindende kubanische Produktion zu geben.
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ElektronenströmeMittwoch, 16. Februar 2005, 19 Uhr Kunstmuseum Bonn, Auditorium
Sabine Maria Schmidt / Kuratorin Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg Der Rekorder brummt – Bilderstürmer in der aktuellen Videokunst
Der Anteil künstlerischer Bildproduktion ist in unserer Kultur nur noch minimal im Vergleich zu der Massenproduktion von Bildern, die aus verschiedensten Quellen und Medien und in vielfältigsten Formen uns begegnen. Kann Kunst im Idealfall als künstlerische Bildproduktion zugleich Bildkritik sein, imaginierter Bildersturm? Welchen Anteil haben Künstler heute noch an der Festschreibung von Historie und Ideologien?
Ausgangspunkt des Vortrages ist der Videofilm "Studio 77" des Künstlerduos Korpys/Löffler, die in ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder der Ambivalenz von Kunst und Gewalt an Schnittstellen politischer Räume nachgehen.
Pointiert werden aktuelle Beispiele der Videokunst (Marc Bijl, Valie Export, Pipilotti Rist, Candice Breitz u.a.) nicht nur hinsichtlich destruierender Methoden von Bildkonstruktion untersucht. Vielmehr werden unterschiedliche Strategien eines konzeptuellen und kritischen Ikonoklasmus vorgestellt, der auf globale Medienereignisse, private Katastrophenlust oder die Übermacht vorbildlicher Ikonen reagiert.
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konstrukt kinoMontag, 24. Januar 2005, 21.30 Uhr Bonner Kinemathek in der Brotfabrik
Tina Rehn / Kunstwissenschaftlerin Valie Export: "Die Praxis der Liebe" "Die Praxis der Liebe" // Österreich 1984 – Regie: Valie Export – 90 min Vorfilm: "Syntagma" // Österreich 1984 – Regie: Valie Export – 20 min
Die Journalistin Judith recherchiert einen nicht geklärten tödlichen Unfall in einer Wiener U-Bahn-Station und stößt dabei auf eine internationale Waffenschmuggelorganisation. Video-Überwachung in U-Bahnen und im Straßenverkehr, Tonbänder und Fotos nehmen sowohl als Gestaltungselement als auch inhaltsbezogen eine zentrale Stellung ein. Mittelmäßigkeit, Lüge und Gewalt werden als Hauptthemen auf den Handlungsebenen der Privatsphäre, der Gesellschaft und der Medien mit behutsam eingesetzten Stilmitteln aus der Videoavantgardekunst umgesetzt.
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ElektronenströmeMittwoch, 12. Januar 2005, 19 Uhr Kunstmuseum Bonn, Auditorium
Katja Albers / Neuer Berliner Kunstverein real ficitions – inszenierte Realitäten im Video
Für alles, was real ist, gibt es ein Gegenmodell, das erfunden ist. Und wo die Grenze zwischen dem wirklich Sichtbaren und dem Imaginären verläuft, weiß niemand so genau. Bilder aber sind Grenzgänger, Mittler zwischen den Ebenen, Medien der Transformation. Ganz besonders geeignet für den Grenzverkehr zwischen Realität und Fiktion sind Videobilder, denn sie vermitteln Authentizität und ermöglichen gleichzeitig Raum für das visuelle Erzählen von Geschichten, das Konstruieren von Wahrheit. Gerade in der Videokunst der letzten zehn Jahre lassen sich ganz verschiedene Tendenzen im Umgang mit der Realität erkennen. Im Zuge globaler Vernetzung, virtueller Kommunikation und Reality TV gewinnt die Frage nach der Wirklichkeit und ihrer Darstellbarkeit insbesondere für Videokünstler immer mehr Raum, was einerseits in der wachsenden Tendenz des Dokumentarischen zum Ausdruck kommt, andererseits aber auch besonderes Interesse an der Beschaffenheit der Realitätsebenen und ihrer greifbaren, wie oberflächlich kaum wahrnehmbaren Erscheinungenbeinhaltet. Auch die Suche nach den Grenzen der Wirklichkeit und der Wunsch, sie visuell aufzubrechen, spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.
Katja Albers, Assistentin des Video-Forums, zeigt verschiedene Positionen aktueller Videokunst aus dem Sammlungsbestand des NBK und geht ihrem Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion nach.
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konstrukt kinoDienstag, 11. Januar 2005, 19.30 Uhr Bonner Kinemathek in der Brotfabrik
Georg Elben / Kurator & Leiter der Videonale 10 Christian Jankowski (Wiederholung)
Christian Jankowski beschäftigt sich mit den visuellen Massenmedien. Wahrsager im italienischen Fernsehen, die dem Anrufer seine Zukunft vorher sagen, müssen die Erfolgsaussichten von Kunst erklären (Telemistica, 1999), im Pornofilmstudio geht es nach genreüblichem Beginn dann nicht um Sex, sondern um Beziehungsprobleme (Create Problems, 1999), Passanten vor den Toren der Studios in Roms Cinecittà entwerfen im Interview mit dem Künstler den Inhalt des Films, der dann tatsächlich mit ihnen gedreht wird (This I played tomorrow, 2003), und der jüngste Film handelt von der Macht der Bilder, die Häuser zum Einsturz bringen können (16mm Mystery, 2004). |