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VERANSTALTUNGSARCHIV 2006





Statik in Bewegung//Architektur in Film, Fernsehen und Video


Samstag 16. Dezember 2006, 18-21 Uhr und Sonntag 17. Dezember 2006, 11.00-16.30 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn

Ein Festival des Bundes Deutscher Architekten BDA und der Videonale im Kunstmuseum Bonn

Wie wird Architektur in bewegte Bilder umgesetzt, wie in Film, Fernsehen und Video präsentiert? Diesen Fragen geht das Festival "STATIK IN BEWEGUNG" am Samstag, den 16., und Sonntag, den 17. Dezember 2006, im Auditorium des Kunstmuseums Bonns nach.

Andreas Denk, Chefredakteur der Zeitschrift "Der Architekt" des BDA, und Georg Elben, Kurator der Videonale im Kunstmuseum Bonn, haben das Festival den drei Sparten Film, Fernsehen und Video gewidmet.

Unter dem Titel "Experimentelle Dokumentationen" findet am
Samstag, den 16. Dezember 2006, von 18 - 21 Uhr

eine Abendveranstaltung statt, die sich dem experimentellen künstlerischen Ansatz zweier renommierter Filmemacher widmet. Der Film „Ideas von Order“ des US-Amerikaners Ken Kobland parallelisiert strukturierte Bildsequenzen wie Eisenbahnschienen und Verkehrslichter mit den romantischen Aufnahmen eines Dorfes an der neapolitanischen Küste und zeigt eine scheinbar ideale, weil ästhetische Form des Zusammenlebens in der Keimzelle des heutigen Urbanismus’. Der für seine ruhige, fast meditative Aufnahmetechnik bekannte Filmemacher Prof. Heinz Emigholz (Berlin) zeigt in seinem Film "Goff in der Wüste" (2002/3) über 60 Bauten des amerikanischen Außenseiter-Architekten Bruce Goff (1904-1982) auf einer Reise quer durch die USA. "Architektur als Autobiographie" lautet der Untertitel dieser einzigartigen und beeindruckenden Dokumentation.

Unter der Frage: Wie wird Architektur im Fernsehen präsentiert? stellen am
Sonntag, den 17. Dezember, von 11-13.30 Uhr
Markus Heidingsfelder (Köln/Berlin) und Sabine Reeh (Bayerisches Fernsehen, München) ihre Beiträge persönlich vor und stehen anschließend zu einer Diskussion zur Verfügung: Markus Heidingsfelders Porträt "Rem Koolhaas – Architekt XXL“ wurde 2005/2006 für Arte produziert und arbeitet interessanterweise auf der filmischen Ebene mit denselben Stilmitteln wie Rem Koolhas in der Architektur: Mittels  einer spannenden Collagetechnik entsteht eine einzigartige Hommage an den holländischen Architekten, Stadtplaner, Theoretiker und Globalplayer Rem Koolhaas.  Sabine Reeh, Redaktion Kulturpolitik des Bayerischen Fernsehens, hat mit ihrer innovativen Reihe "Traumhäuser" bereits Fernsehgeschichte geschrieben. Sowohl die Auswahl der Bauten wie die filmische Darstellung der Architektur und deren Einbettung in die Umgebung überzeugt und hebt sich wohltuend von anderen Architektur-Reihen im privaten wie öffentlichen Fernsehen ab.

Die dritte und letzte Festivalsequenz „Architektur in bewegten (Video-)Bildern“startet ebenfalls am
Sonntag, den 17. Dezember 2006, von 14.30 – 16.30 Uhr.

Aus den knapp 600 Einsendungen zur Videonale 11, die 2007 im Kunstmuseum Bonn stattfindet, hat Georg Elben Videos ausgesucht, die sich ausdrücklich mit Architektur beschäftigen. Ihr Zugang reicht über eine formale, scheinbar dokumentarische Bildsprache bis zu einer fiktionalen Erzählung über Baumeister und Bewohner eines Berliner Stadtviertels. Gezeigt werden ganz neue Produktionen - darunter Michaela Schweigers Arbeit „Zurück in die Stadt von morgen“ (2005), Anne Pöhlmanns „Computer Game“ (2005) und “Let the user speak next” von Nick Jordan (2006).

 

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1a18 Screening


Mittwoch, 29. November 2006, 19 Uhr, Auditorium des Kunstmuseums Bonn // Studierende der HfG Karlsruhe, Klasse: Mischa Kuball, zeigen ihre neuesten Videoarbeiten

1a18 Screening

Die Plattform 1a18, bestehend aus Medienkunststudenten der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Professor Mischa Kuball, zeigt aktuelle Arbeiten in Form eines Non-Stop-Screenings. Ort der Präsentation und Befragung ist das Kino.

Das Projekt 1a18 Screening setzt sich mit der Transformation von Medienkunst in den Kinosaal und auf die Kinoleinwand auseinander. Es widmet sich dabei sowohl den Möglichkeiten des Kinos als massenetablierte, kulturelle Institution als auch seinem Regelwerk der Rezeption. Aus den über 50 entstandenen Arbeiten in Form von Film, Video, Fotografie und Musik hat Georg  Elben für die Videonale eine 90 minütige Auswahl zusammengestellt.

 

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ELEKTRONENSTRÖME // VORTRAG VON JOHAN HARTLE


<h1>Mittwoch, 15. November 2006, 19 Uhr, Auditorium des Kunstmuseums Bonn // Lebenswelt und Politik in den Videos von Esteban Alvarez, Gustavo Romano, Gregor Passens</h1>

Krisenerfahrung als Formbewusstsein.

Der argentinische Währungscrash von 2001 bedeutete ökonomisch, politisch und kulturell einen Bruch, der sich durch die gesamte Gesellschaft zog. Eine Verarmung breiter Schichten der Bevölkerung, eine Krise der parlamentarischen Institutionen, spontane Protestbewegungen, Fabrikbesetzungen und aktive Streiks waren die Folge.

Die argentinische Kunst blieb von diesen Erschütterungen nicht unberührt. Mittelbar und in subtiler Form zeichnete sich ein Bewusstsein von Aufbruch und Krise in zeitgenössischen Positionen der Videokunst ab. Neoavantgardistische Momente, das Ausgreifen ästhetischer Strategien in den sozialen Raum, die Neubestimmung der Grenze von Kunst und Leben gewonnen an Gewicht belebten damit die spannungsreiche Grenze von Kunst und Politik. Auf diese Weise führen sie Impulse der europäischen Neoavantgarde aus den 1960er und 1970er Jahren fort, die auch diesseits des Atlantiks zu den prägenden Ressourcen zeitgenössischer Kunstproduktion zählen.

Als besonders einschlägig treten in diesem Zusammenhang drei Videokünstler hervor, die Politik und Lebenswelt als kunstimmanente Themen reflektieren, ohne dadurch auf Agitation oder abstrakte Inhaltlichkeit zurückzufallen.

Ein ausdrücklicher Rekurs auf das Geldsystem findet sich im Video ‚Time Bills’ des argentinischen Video-Künstlers Gustavo Romano, das die der Leere konventioneller Zeichen mit dem Wert der Lebenszeit überblendet und Video-Kunst als Diskurs-Motor inszeniert. Die Realisierung entleerter Zeichen in der öffentlichen Auseinandersetzung erhält damit einen sowohl geld- als auch kunsttheoretischen Unterton.

Die Arbeiten des argentinischen Video-Künstlers Esteban Alvarez dokumentieren auf ironische Weise eben dieses Pathos der klassischen Avantgarden, künstlerisch in den Alltagsraum einzugreifen. Es mischt sich mit der argentinischen Version von Religiosität und Muddling through und relativiert die Prätention ästhetischer Weltverbesserung durch radikale Formatwechsel zwischen Überhöhung und Beiläufigkeit.

In den Argentinien-Videos von Gregor Passens kehrt die Sehnsucht nach der heroischen Tat noch einmal wieder. Sie simulieren das Verpuffen des heroischen Augenblicks in der Metaphorik von Triumphbogen und Vulkanausbruch. Das Ereignis wird dabei wie der Einzelne zu einem verschwindenden Bestandteil der ästhetisierten Landschaft. Spannungslinien einer unmöglichen Möglichkeit von Kunst und Politik werden sichtbar, die auch ein poetisches Argentinien skizzieren.

Allen dreien gemeinsam ist dabei ein gebrochenes Verhältnis zu jedem ästhetisch-politischem Heroismus. Ihr politisiertes Formbewusstsein täuscht somit über eines nicht hinweg: Dass auch ihre Videokunst am Ende nur Kunst ist und politische Praxis weder ernsthaft zu stiften noch zu ersetzen vermag.

 

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Die lange Klaus vom Bruch - Nacht


Bonner Kulturnacht am 21. Oktober 2006

in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn 

Anlässlich der Schenkung aller Videofilme von Klaus vom Bruch durch den Künstler an das Kunstmuseum Bonn, ist eine Auswahl der Videos im Auditorium des Kunstmuseums zu sehen. Georg Elben stellt den Künstler vor.

 

Programm:

"1000 Küsse", 1984, 30 min

"Das Alliierentenband", 1982, 10 min

"Hood", 1996, 6 min

"Unfinished Tape No.3", 1983/1998, 6.30 min

"Jeder Schuss ein Treffer", 1984, 9 min

"Das Softyband", 1980, 20 min

"Das Schleyerband 1 & 2", 1977/1978, 120 min

"Luftgeister", 1981, 8 min

"Azimut", 1985, 7 min

"Kobolds Gesänge", 1986, 4.30 min

"Ulrike. Das Projekt", 2003, 12 min. Beitrag zur Videonale 10 von Klaus vom Bruch und Marjam Oskoui


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ELEKTRONENSTRÖME // VIDEOKUNST AUS RUMÄNIEN //


Mittwoch, 18. Oktober 2006, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn //

Astrid Wege stellt die Videokunstszene aus Rumänien vor.
„Cultural and technological experiments are closely connected“, schrieb Calin Dan 2003 in einem Essay über die Entwicklung der Film-, Video- und Medienkunst in Rumänien. Deren Anfänge seien durch eine „Ästhetik der Armut“ charakterisiert, die einen realen Hintergrund in der Knappheit an technischen Mitteln, aber auch in der Zensur durch die sozialistische Regierung hatte. So war Ion Grigorescu, einer der wichtigsten Protagonisten der Film- und Videokunst in Rumänien der 1970er Jahre, damals als einziger Künstler in Bukarest im Besitz einer Filmkamera.Die technischen, kulturellen und politischen Bedingungen künstlerischer Arbeit haben sich, v.a. nach dem Sturz des Ceauscescu Regimes 1989, natürlich grundlegend geändert. Gerade in der jüngeren Generation arbeiten viele KünstlerInnen mit Video, was möglicherweise, unter anderen Vorzeichen, wiederum ökonomische Gründe hat.Gezeigt werden exemplarisch Filme und Videos von KünstlerInnen unterschiedlicher Generationen: Ausschnitte aus Ion Grigorescus „Boxing“  und „Les verités du Monde du Capital“ von 1977, aus Calin Dans „Sample City“ von 2003 und seinem neuen Video „TRIP“, 2006, sowie Ausschnitte aus Florin Tudors und Mona Vatamanus Videos „The Palace“, 2003-04 und „The Trial“ von 2006.

 

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Still aus "Kristall"

ELEKTRONENSTRÖME // Künstlerpräsentation: Videoarbeiten von Christoph Girardet und Matthias Müller


 

Mittwoch, 13. September 2006, 19 Uhr, Auditorium des Kunstmuseums Bonn //

 

Christoph Girardet wurde 1966 in Langenhagen geboren. Er hat an der der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert (Meisterschüler 1994). Seit 1989 hat er zahlreiche Videos und Videoinstallationen produziert, seit 1994 teilweise in Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Volker Schreiner und seit 1999 mit Matthias Müller.
Einzelausstellungen fanden unter anderem im Kunstverein Hannover, der Sean Kelly Gallery, New York, und der Kunsthalle Bielefeld statt. Girardets Videos sind auf vielen internationalen Festivals gezeigt worden. 2000 erhielt Girardet ein Stipendium für das International Studio and Curatorial Program in New York und 2004 das Villa Massimo Stipendium in Rom. Er lebt und arbeitet in Hannover.

Matthias Müller wurde 1961 in Bielefeld geboren. Er hat an der Universität Bielefeld und der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert (Meisterschüler 1991). Seit 1980 hat er zahlreiche Filme und Videos produziert, seit 1985 häufig in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Dirk Schaefer und seit 1999 mit Christoph Girardet. Müllers Arbeit ist auf vielen internationalen Festivals gezeigt und mit diversen Preisen ausgezeichnet worden.
Einzelausstellungen fanden unter anderem im Neuen Berliner Kunstverein und in Tate Modern, London, statt. Müller lehrt seit 2003 als Professor für Experimentellen Film an der Kunsthochschule für Medien, Köln. Er lebt und arbeitet in Bielefeld und Köln.

Programm:

Christoph Girardet & Matthias Müller
Phoenix Tapes (#5 & #6), 1999
Die Phoenix Tapes zeigen neu montierte Einstellungen aus 40 Filmen Alfred Hitchcocks. Die sechs Kapitel konzentrieren sich auf eine subjektive Auswahl von wiederkehrenden Leitmotiven seiner Filme.

#5 Bedroom, 8 min
Eine »Kurzgeschichte«: Hitchcocks aufreizende Frauen werden eingesperrt, gedemütigt, gefesselt, gefoltert, vergewaltigt und ermordet.

#6 Necrologue, 2' 10 min
Eine stumme, eingefrorene Heroine in einem Stadium zwischen Agonie und Apathie, Traum und Tod.

Christoph Girardet & Matthias Müller
Manual, 9'30 min, 2002
Manual verbindet Bilder einer überkommenen Technologie aus amerikanischen Fernsehserien der 60er Jahre mit der weiblichen Stimme aus einem Hollywood-Melodram. Absolute Distanz trifft auf übersteigerte Emotion. Mit seinen endlosen Großaufnahmen von Knöpfen, Schaltern und Kontrolltafeln führt Manual die Idee der Handhabbarkeit des Lebens ad absurdum.

Matthias Müller
Phantom, 4' 40 min, 2001
A geography of shadows.Silhouettes appear in layers of transparent gauze that never quite take shape. These anaemic figures, seen in negative, are forced to wander between narratives restlessly. They are confined to a cinematic space they cannot leave. They are a living dead who have lost their way. Caught in a succession of mirrored gestures, and a loop which repeats without end, these phantoms remain forever mysterious.They are the secret that lies between stories. They are the story which must never be told.

Christoph Girardet
Absence, 8'30 min, 2002
Im weißen Projektionslicht erscheinen durch langsame Überblendungen geloopte Bilder von inszenierter Abwesenheit, die größtenteils aus Schwarzweißfilmen der Serie »Der Unsichtbare« aus den 30er bis 60er Jahren stammen. Reduzierte filmische Ereignisse in kulissenartigen Sets, die durch die Anwesenheit eines unsichtbaren Akteurs beinflusst zu sein scheinen, formen sich zu einem Enigma über das Phänomen des Verschwindens.

Christoph Girardet & Matthias Müller
Mirror, 8 min, 2003
Eine Frau, ein Mann, Gäste einer Abendgesellschaft. Schauplätze, die sich zunehmend leeren, Überbleibsel eines Geschehens, Blicke, die ihren Gegenstand verloren haben. Eingefrorene Tableaux werden in Mirror allein vom Licht belebt, das Verbindungen herstellt, die Figuren aber auch isoliert und vom sie umgebenden Raum loslöst. Wie eine Spiegelachse läuft ein Riss durch die Bildmitte, der die Hälften gleichzeitig trennt und zu einem Motiv vereint. Mirror kreiert ein Stimmungsbild des »Dazwischen«, der namenlosen Sphäre zwischen Zusammengehörigkeit und Vereinzelung.
»Die Personen einer Tragödie, die Orte, die Luft, die dort geatmet wird, sind manchmal fesselnder als die Tragödie selbst, ebenso die Momente, die ihr vorausgehen und ihr folgen, wenn die Handlung stillsteht und die Rede verstummt.« (Michelangelo Antonioni)

Christoph Girardet & Matthias Müller
Kristall, 14' 30 min, 2006
Kristall entwirft ein Melodram in klaustrophobisch anmutenden Spiegelkabinetten.Wie ein anonymer Beobachter observiert der Spiegel Szenen von Intimität. Er erzeugt ein Bild im Bild, das den Figuren einen Rahmen gibt. Gleichzeitig lässt er sie uneins mit sich selbst und vielfach gebrochen erscheinen. Das Instrument der Selbstvergewisserung und narzisstischen Inszenierung wird zu einem machtvollen Gegenspieler, das Gefühl von Fragilität, Zweifel und Verlust verdoppelt.

 

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ELEKTRONENSTRÖME // NEGATIVE SPACE, EXTENDED


 

Mittwoch, 3. Mai 2006, 19 Uhr, Auditorium des Kunstmuseums Bonn // NEGATIVE SPACE, EXTENDED // kuratiertes Videoprogramm von Susanne Bürner

 

NEGATIVE SPACE, EXTENDED ist die erweiterte Form eines Videoscreenings, das Susanne Bürner im Anschluss an ihre Ausstellung finistère in der Galerie Giti Nourbakhsch Berlin im Dezember 2005 gezeigt hat.

Die Zusammenstellung der Videos folgt dem in den Arbeiten in verschiedener Form enthaltenen Prinzip, Mechanismen zu enthüllen, ohne ihren Kern explizit darzustellen, sondern allein durch die Sichtbarmachung ihrer Umgebung. Die Videos arbeiten mit Leerstellen, die durch die Imagination und Konditionierung des Betrachters gefüllt werden. Sie ermöglichen eine Art Magie, die an einem Ort der Imagination manifest wird und gleichzeitig in Frage gestellt wird, wie beispielsweise in THE NUCLEAR FOOTBALL von Korpys/Löffler, wo die Konzentration von Macht durch einen Koffer dargestellt wird, dessen Inneres man nie zu sehen bekommt.

 

HIT von Mélik Ohanian zeigt das Set der französischen Fernsehshow »Hit Machine« aus den 90er Jahren. Die Beleuchtungseffekte, ein hervorstechendes Element der Sendung, werden in Echtzeit vor leeren Kulissen durchgespielt, während langsam die Vorbereitungen für die Show beginnen.

A MIRACLE ist ein kurzer Dokumentarfilm von Stanislaw Mucha über die Augenzeugen einer Marienerscheinung in Polen. Die Erscheinung wird allein durch Erlebnisberichte und Interviews mit den Schaulustigen vermittelt.

WOODWORLD spielt in einem Waldabschnitt. In fester Einstellung werden verschiedene mysteriöse Ereignisse um einen dort geparkten Luxusjeep dokumentiert. Mit offensichtlichen Mitteln wie Lichteffekten und Synthesizer-Klängen erzeugt Olaf Breuning Stimmungen und deutet Rituale an.

LE VIERGE AUJOURD’HUI von Mathilde Rosier besteht aus einer festen Einstellung, in der sich mehrere Bildebenen abwechselnd überlagern. Der romantische Gedanke der Verschmelzung des Menschen mit seiner Umwelt wird thematisiert.

THE NUCLEAR FOOTBALL dokumentiert den Berlin-Besuch von George W. Bush von 2002. Im Zentrum des Videos steht der »Nuclear Football«, ein Koffer, der den Code für den Start eines atomaren Angriffs enthält und sich immer in der Nähe des Präsidenten befindet. Korpys/Löffler suggerieren eine durch Macht und Gefahr aufgeladene Stimmung.

I’M WITH YOU IN ROCKLAND besteht ausschliesslich aus schwarzem Bild mit weissen Untertiteln. Mit der verführerischen Qualität eines Fernsehpriesters navigiert die Stimme Karl Holmqvists zwischen Namen und Zitaten aus Medien- und (Pop-)Kultur.

 

 

HIT, Mélik Ohanian, 1998, Beta SP auf DVD, 20:50 min.

A MIRACLE, Stanislaw Mucha, 1999, Super 16 mm auf DVD, 7 min.

WOODWORLD, Olaf Breuning, 1998, Video, 9:30 min.

LE VIERGE AUJOURD’HUI, Mathilde Rosier, 2005, Video, 2:00 min.

THE NUCLEAR FOOTBALL, Korpys/Löffler, 2004, Video, 30:30 min.

I’M WITH YOU IN ROCKLAND, Karl Holmqvist, 2005, Video, 25 min.

 

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Elektronenströme // »View05 Tour – Finnische Videokunst: Neueste Produktionen«


Sonntag, 9. April 2006, 15 Uhr, Auditorium des Kunstmuseums Bonn // »View05 Tour – Finnische Videokunst: Neueste Produktionen« // Einführung von Pirjetta Brander, AV-Arkki, Helsinki // in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn anläßlich der Ausstellung »Breaking the ice. Zeitgenössische Kunst aus Finnland«

 

Alljährlich bietet AV-Arkki, eine von Künstlern geleitete Organisation, einen Einblick in die aktuelle finnische Videoszene. Damit leistet die Institution einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der finnischen Videokunst, die in den letzten Jahren auf der documenta und internationalen Festivals hervorgetreten ist.

 

Das Programm gibt einen Überblick über die Arbeiten, die auf dem von AV-Arkki organisierten VIEW Festival in Helsinki im vorigen Jahr gezeigt wurden, sowie über aktuelle Genres der finnischen Videokunst.

Künstler/innen sind u.a. Anu Pennanen (A Monument For The Invisible), Juha van Ingen (Fragrant Harbour), Petra Lindholm (Reported Missing), Pekka Sassi (Johnny`s Gone Forever) Elina Saloranta (The Lovers Bed), Minna Parkkinen (Grey) und Pink Twins (Box).

 

Pirjetta Brander, selbst Videokünstlerin, führt in das Programm ein.

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Thomas Steffl, »Gum«, 2005, 16mm Film (Still); Courtesy: Galerie Zink und Gegner

Thomas Steffl, »Gum«, 2005, 16mm Film (Still)

»Wer hat Bambi getötet? – Video, Film und andere Medien«


 

Die Videonale zeigt Thomas Steffl im Kunstmuseum Bonn

23.02.2006 – 01.05.2006

 

Nach dem großen Erfolg der Ausstellung »Oops!... I did it again« von Christian Jankowski und dem international renommierten Videofestival Videonale 10 im vergangenen Jahr, präsentiert die Videonale im Frühjahr 2006 erneut einen jungen Künstler in einer Einzelausstellung im Kunstmuseum Bonn. Am 22. Februar 2006 wird Thomas Steffls erste größere Einzelausstellung eröffnet.

 

Thomas Steffl, der zur Zeit in München lebt, beschäftigt sich seit längerer Zeit mit den unterschiedlichen Phänomenen und Ausprägungen der Selbstwahrnehmung. Seine Film- und Videoinstallationen wirken auf den ersten Blick wie präzise Dokumentationen einer äußeren Wirklichkeit, erweisen sich bei längerer Beobachtung jedoch als abstrakte Konstrukte, die sich mit den situativen Bedingungen von Wahrnehmung und deren Konditionierung auseinandersetzen.

 

Richtungsweisend für diese Ausstellung im Kunstmuseum Bonn ist für Thomas Steffl die Auseinandersetzung mit dem Film »Der Wolfsjunge« (François Truffaut, 1969), der die Geschichte der Sozialisierung des jungen Victor erzählt. François Truffaut – der hier in einer Doppelrolle vor und hinter der Kamera agiert, als Regisseur und Erzieher Victors – greift mit »Der Wolfsjunge« das vielbemühte Kaspar-Hauser-Thema auf und verfolgt ein weiteres Mal die Frage nach der menschlichen Natur.

 

Ausgehend von diesem Ursprünglichkeitsmythos entwickelt Thomas Steffl eine Ausstellung, die die Beziehungen von Identität und Naturentwurf beleuchtet. Er selbst begreift dabei die Ausstellung als eine zusammenhängende Installation, die sich, ähnlich wie die Motive in »Der Wolfsjunge«, aus einzelnen Arbeiten zusammensetzt. Diese spielen sich auf ganz unterschiedlichen und getrennten Ebenen ab, verweisen subtil aufeinander und verbinden sich letztendlich zu einem großen Ganzen.

 

Unter anderem wird eine raumgroße Zeltkonstruktion zu sehen sein, die die Videodokumentation einer Lachtherapiestunde beherbergt. Weitere Arbeiten handeln von Lagerfeuerromantik, Nachtclubritualen und spüren dem gekünstelt natürlichen Leben in Nudistencamps nach.

 

Die Ausstellung ist ein Angebot von kurzweiliger und abwechslungsreicher Unterhaltung und bietet gleichzeitig Anlass zu weitreichenden Reflexionen.

 

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 

Ort:

Kunstmuseum Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn

 

Dauer:

23. Februar 2006 – 01. Mai 2006

 

Pressekonferenz:

Mittwoch, 22. Februar 2006, 11 Uhr

Der Künstler ist anwesend.

 

Eröffnung:

Mittwoch, 22. Februar 2006, 20 Uhr

 

Kurator:

Georg Elben, Videonale Bonn

 

Pressematerial:

Kathrin Ann Bender

Tel: 0228 / 69 28 18

Mobil: 0179 / 2268083

presse@no-spam.videonale.org

 

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Künstlergespräch mit Thomas Steffl


Mittwoch, 08. März 2006, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn // Künstlergespräch mit Thomas Steffl im Rahmen der Ausstellung »Wer hat Bambi getötet? – Video, Film und andere Medien« im Kunstmuseum Bonn

 

Die neuen Arbeiten in der Bonner Ausstellung»Wer hat Bambi getötet? – Video, Film und andere Medien« stehen im Mittelpunkt des Abends, aber auch Werke aus den vergangenen Jahren werden vorgestellt.

 

Thomas Steffl beschäftigt sich seit längerer Zeit mit unterschiedlichen Phänomenen von Wahrnehmung. Seine Film- und Videoinstallationen wirken auf den ersten Blick wie präzise Dokumentationen einer äußeren Wirklichkeit, erweisen sich bei längerer Beobachtung jedoch als abstrakte Konstrukte, die sich mit den situativen Bedingungen von Selbstwahrnehmung und deren Konditionierung auseinandersetzen.

 

Richtungsweisend für die Ausstellung im Kunstmuseum Bonn ist für Thomas Steffl die Auseinandersetzung mit dem Film »Der Wolfsjunge« von François Truffaut (1969), in dem der Regisseur das vielbemühte Kaspar-Hauser-Thema aufgreift und die Frage nach der menschlichen Natur verfolgt. Ausgehend von diesem Ursprünglichkeitsmythos hat Thomas Steffl für Bonn eine Ausstellung als zusammenhängende Installation konzipiert, die die Beziehungen von Identität und Naturentwurf beleuchtet.

 

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Videokunst aus Südamerika


Mittwoch, 01. Februar 2006, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn // Ein Vortrag von Georg Elben über Arbeiten von Gloria Arteaga, Elena Damiani, Diego Lama, Cristian Alarcón Ismodes

 

Die Videonale hat in der Reihe Elektronenströme immer wieder einmal Videos aus fernen Regionen vorgestellt, zuletzt aus den Kunstszenen in Havanna und Teheran.

Das Medium Video ist für Künstler fern der westlichen Zentren wahrscheinlich besser geeignet, zu Ergebnissen zu führen, die im internationalen Kunstdiskurs wahrgenommen werden und erfolgreich sind, als andere Medien. Während in Malerei und Skulptur jahrhundertealte Traditionen existieren, die implizit immer wirken, auch wenn keine kunsthistorische Anbindung gesucht wird, ist das bei Videokunst anders. Zum einen ist das Medium noch relativ jung und die eigene Geschichte wird erst langsam aufgearbeitet, zum anderen ist die Technik in den vergangenen 40 Jahren immer besser und billiger geworden - und sie ist weltweit auf dem gleichen Standard verfügbar.

Diese These soll mit einigen Beispielen aus Peru diskutiert werden.

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Graw Böckler: Raum für Projektion


Mittwoch, den 11.01.2006, 19 Uhr, Auditorium des Kunstmuseums Bonn

 

Graw Böckler berichten anhand von Filmbeispielen über ihre Arbeit als Regisseure und erläutern die Konzeption des Raum für Projektion.

 

Der Raum für Projektion ist ein Plattform für experimentelle Videoprojekte - irgendwo zwischen Kino, Installation und Club. Er findet an wechselnden Orten statt und gastierte bisher in Buenos Aires, Köln, Lissabon, Hamburg, Wolfsburg, Oberhausen und Siegen. Aus dem Raum für Projektion hat sich das gleichnamige Label entwickelt, das Projekte des Programms auf DVD herausbringt: Ein Kurzfilm von Miranda July, ein abendfüllender Animationsfilm von Céline Keller, eine Foto-DVD mit Musikerportraits aus den 80er Jahren von Wolfgang Burat, experimentelle, französische Musikvideos zu einem Album von Etienne Charry, auf Super-8 gedrehte Musikvideos sowie die Konzept-DVD »how to« – beide von Graw Böckler. »loop pool – 50 Videoloops von 55 Künstlern« ist das aktuelle Projekt des Raum für Projektion. Dafür widmen sich Musikfilmregisseure, Videokünstler, Experimentalfilmer und VJs dem Thema der visuellen Endlosschleife.

 

Ursula Böckler und Georg Graw arbeiten seit 1997 unter dem Signum Graw Böckler in den Bereichen Film und Fotografie mit verschiedenen Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Ihre filmischen Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Fiktion. Das bevorzugte Aufnahmemedium ist der Super-8 Film. 2001 erhielten sie den 1. Preis, 2004 den 2. Preis »MUVI – bestes deutsches Musikvideo« der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen.

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