VIDEONALE.scope #6: The Cracks, Not the Mirror

29. November - 1. Dezember 2018 im Filmclub 813, Köln

29. November - 1. Dezember 2018 im Filmclub 813, Köln

 

An drei Abenden präsentiert VIDEONALE.scope historische und aktuelle Arbeiten von Künstler*innen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Erbe der Ethnografie, insbesondere des ethnografischen Films, seiner Methoden und Gegenstände auseinandersetzen. Formal reicht das Spektrum von Kurzfilm-Screenings bis hin zu Lectures und Live-Performances im Kino.

 

Mit Beiträgen von Eli Cortiñas, Nazlı Dinçel, Juan Downey, Tamar Guimarães & Kasper Akhøj, Sky Hopinka, Laura Huertas Millán, Tracey Moffatt, OJOBOCA (Anja Dornieden & Juan David González Monroy), Lisl Ponger, Lisa Rave, Sascha Reichstein, Ben Russell, Beatriz Santiago Muñoz, Chick Strand, Gitte Villesen, Philip Widmann

Kuratiert von Katrin Mundt

 

Ausgangspunkt der Reihe ist die außerordentliche Intensität, mit der in den vergangenen Jahren Künstler*innen und Filmemacher*innen das Ethnografische in ihren Arbeiten aufgegriffen und bearbeitet haben. Sie unternehmen kritische Befragungen jener filmischen Strategien, mit denen ethnografische Gegenstände erzeugt werden, versuchen ethnografische Narrative und ihre kolonialen Ursprünge im Licht gegenwärtiger Lebens- und Machtverhältnisse neu zu deuten oder umzuschreiben. Sie erproben Darstellungsformen jenseits eingeübter Zuschreibungen von "fremd" und "eigen" oder imaginieren neue Modelle des Zusammenlebens und Formen von Spiritualität. Ziel ist dabei nicht, die Ethnografie und ihre Methoden zu widerlegen, sondern ihre Formen der Weltbeschreibung um andere Blicke, Stimmen und Räume zu erweitern. Entsprechend verschränken sich in diesen Arbeiten dokumentarische Beobachtung und Aktivismus, vorgefundene und imaginäre Räume, traditionelle Rituale und zeitgenössische Performance, Magie und Popkultur. Nicht ein Bild von der Welt, sondern die Brüche darin werden gesucht, erforscht und mit neuen Narrativen besiedelt.

 

Diese Anliegen sind nicht grundsätzlich neu − auch frühere Künstler*innengenerationen haben sich mit dem westlichen Blick auf ethnisch oder kulturell "Andere" und dem vermeintlich Anderen im eigenen Alltag auseinandergesetzt oder verorteten ihre Arbeiten zwischen Anthropologie und Avantgardefilm. Neu ist aber die Vielzahl formaler Ansätze und die Dringlichkeit, mit der diese Anliegen gegenwärtig verfolgt werden. VIDEONALE.scope präsentiert daher aktuelle Arbeiten jüngerer Künstler*innen neben Werken etablierter Autor*innen aus Experimentalfilm und Videokunst.

 

PROGRAMM

 

Donnerstag, 29. November 2018

19:00 Uhr Kurzfilme #1