Juli/August 2004

Daniel Kothenschulte und Michael Aust
The Art of Pop Video I + II From Sound to Vision: Eine Filmgeschichte des Musikvideo

Teil I | 28. Juli 2004, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn

Teil II | 4. August 2004, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn

Darf ein Clip Kunst sein? Bei seinem Siegeszug in den achtziger Jahren vom Gros der Kulturkritik als geistlose Bilderflut gescholten, blieb dem Musikvideo zunächst wenig Hoffnung, auch nur einen Bruchteil jener Anerkennung zu erheischen, die etwa die Popart für sich verbuchen kann. Zwei Jahrzehnte nach dem Sendestart von MTV ist es an der Zeit für eine erste Aufarbeitung des Mediums und seiner Geschichte.

Unser moderiertes Programm, das sich in zwei Blöcken auf der Riesenleinwand präsentiert, versucht einen spielerischen Brückenschlag: Von den kunstsinnigen Pet Shop Boys, die sich gern auf Andy Warhol beziehen, geht die Reise zurück zu den Pionierwerken der klassischen Avantgarde. Die flirrenden, direkt auf den Film gemalten, grellbunten Musikfilme des Künstlers Len Lye aus den 30er Jahren. Über die jazzigen "Soundies" der gleichen Zeit, die etwa Duke Ellington zu einem Popstar unter den Bandleadern machten, fährt ein direkter Weg zu den audiovisuellen Grotesken eines Spike Jonze: Aus diesem Clip-Pionier ist inzwischen längst ein gefeierter Spielfilmregisseur geworden, dessen neuestes Werk "Adaptation" jüngst auf der Berlinale prämiert wurde. Und Daft Punks Trickfilmanimationen haben Vorläufer in Walt Disneys heute vergessenen Salsa-Improvisationen aus den 40er Jahren, die aktueller nicht sein könnten. Und wenn Chris Cunninghams hypnotischer Björk-Clip "All Is Full Of Love" den Star in einen geheimnisvollen Androiden verwandelt, sind die Grenzen zwischen Realfilm und Animation so überflüssig wie die alten Trennungslinien zwischen Kunst und Unterhaltung. Wie in einem der neueren Clips der Pet Shop Boys, inszeniert von Wolfgang Tillmans, "Home and Dry".

Aus dem Flow der Musikkanäle haben wir ein Klassikerprogramm komponiert, das überraschende Bezüge zu Kunst und Kino offen legen, vor allem aber Auge und Ohr berauschen soll. Auf der Bühne stehen dabei Daniel Kothenschulte, der Filmredakteur der Frankfurter Rundschau und der Kölner Filmproduzent Michael Aust, Begründer des Musikvideopreises clip+ Rede und Antwort.

 

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