Tess, Rebecca Ann.

*1980 in Annweiler am Trifels D, lebt in Frankfurt am Main D
2002-2007 Universität der Künste, Berlin D
2004-2005 Chelsea College of Art and Design, London UK

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 Vertrautes Terrain - Aktuelle Kunst in und über Deutschland, ZKM Zentrum
für Kunst und Medien, Karlsruhe D
2007 Playback-Oper: Die Auferstehung der Taten, Portikus, Frankfurt D
2006 Außer Haus, Berlin D

 

 

Orchids

2008 >> 21:21 Min, Ton, Farbe

 

"Ein ganz normales Zusammenleben, überhaupt gar nichts anderes," nennt die 72-jährige Dame, deren Lebenserinnerungen wir 20 Minuten lang von ihrer Stimme geleitet folgen, ihre Beziehung mit dem homosexuellen Peter. Welche Bedeutung ein Konzept wie Normalität bis in die privatesten Bereiche des Lebens entfalten kann, verhandelt Rebecca Tess in ihrer Arbeit Orchids. Wie soll man leben? Wie darf man leben? Orchids gibt dem Betrachter ein gelebtes Beispiel und konfrontiert ihn dabei mit den Konventionen, denen er selbst vermutlich unterworfen ist. Die Ausführungen der Erzählenden zu den Bereichen Familie, Liebe und Beziehung sind illustriert mit einer Diashow aus found footage Material, das thematisch zur Narration getaktet wird. Statt dem Familienalbum sieht der Betrachter Medienbilder aus Zeitungen, Zeitschriften, Filmen und dem Internet, die in der Konfrontation mit den intimen Einblicken in ein unkonventionelles Lebensmodell den visuellen und narrativen Kanon unterlaufen, der unsere Normvorstellungen prägt. Die zum Teil in semantischer Entsprechung, zum Teil aber auch in Opposition oder im Konflikt zur Erzählung stehenden Bilder konstituieren über die Dauer der Arbeit ein immer kohärenteres visuelles Alphabet, das dem Betrachter den Raum bietet, die Klischees, die seinen Wertvorstellungen zu Grunde liegen, zu untersuchen. Tess´ Arbeit demonstriert, dass "normal2 auch Transvestit heißen kann und lässt es jedem Zuschauer offen, seine eigene stereotype Bilderwelt zu befragen.

 

Maren Haffke

 

 
 
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