am Sonntag, 8. Mai 2005, 10-18 Uhr
im Auditorium des Kunstmuseums Bonn
Ein interdisziplin?res Forum f?r Kunsthistoriker, Architekten, Kunst- und Medientheoretiker, Museumsfachleute und Ausstellungsgestalter
Das Symposium vertieft die im Vorfeld der Videonale aufgeworfenen Fragen nach einer geeigneten Pr?sentationsform von Video- und Medienkunst jenseits der ?Black Boxes?. In einem interdisziplin?ren Spektrum werden Architekten und Ausstellungsgestalter, sowie Kunst- und Medienwissenschaftler ausgew?hlte Fallbeispiele vorstellen. Die Veranstaltung thematisiert das Spannungsverh?ltnis zwischen Museum, Medientechnik und Medienkunst in der kuratorischen Praxis und befasst sich mit konkreten Ausstellungsprojekten. In diesem Rahmen wird auch die Ausstellungsarchitektur von Jochen Specht f?r die Videonale 10 diskutiert.
Download des Programms als PDF, 1.7 MB
An jeden Vortrag schlie?t sich ein 15min?tiges, moderiertes Gespr?ch an.
Begr??ung
Dr. Christoph Schreier // stellv. Direktor des Kunstmuseums Bonn
Georg Elben // Kurator der Videonale 10
Nadine M?seler // Videonale 10, Konzeption des Symposiums
Rudolf Frieling
Medienwissenschaftler und Projektleiter am
Zentrum f?r Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe
M3: Museum - Medientechnik - Medienkunst
Das Spannungsverh?ltnis von Museum, Medientechnik und Medienkunst ist komplex und von wechselnden Konjunkturen abh?ngig. Der Vortrag widmet sich der k?nstlerischen Geschichte technologischer Formate und Plattformen und fragt, inwieweit sich mit den benutzten Technologien und Medien auch eine ?nderung der Kunstrezeption erkennen l?sst, wie Walter Benjamin das schon f?r den Einfluss der massenmedialen Verbreitung von
Kunstreproduktionen angemerkt hat. In wieweit l?sst sich dies mit einer Geschichte der Orte und Institutionen verbinden, an denen mediale Kunst produziert und/oder pr?sentiert wurde?
Dr. Hans Dieter Huber
Professor f?r Kunstgeschichte der Gegenwart, ?sthetik und Kunsttheorie an der
Staatlichen Akademie der Bildenden K?nste Stuttgart
Audiovisualizers. Visualisierung und Milieu in der Erlebnisgesellschaft
Der Beitrag befasst sich mit der spannenden Grauzone zwischen Visual Music, Musikvideo, Videoinstallation, Szenografie und Messedesign, die in den letzten 10 Jahren weltweit entstanden ist. Er untersucht die verschiedenen Herangehensweisen von Grafikdesignern, Innenarchitekten, Szenografen, K?nstlern, Programmierern und Komponisten in der Frage der Visualisierung von Sound, dem H?rbarmachen von Bildern und ihrem r?umlichen Display. Die verschiedenen sozialen Milieus, die von der Party ?ber den Club, die B?hne, zur Werbung, zum Fernsehen bis hin zur Messe und zum Museum reichen, kalibrieren die Bedeutungsfelder der Arbeiten entscheidend vor.
Hans D. Christ
Gemeinsam mit Iris Dressler Leiter des W?rttembergischen Kunstvereins Stuttgart
Gr?nder des hARTware-MedienKunstVereins Dortmund
Drei Fallstudien: Zu den Bedingungen der Pr?sentation von Videoinstallationen
Anhand von drei Fallbeispielen wird der Vortrag versuchen, Bedingungen f?r die ad?quate Pr?sentation von Videoinstallationen aufzuzeigen. Der Vortrag geht von den Kunstwerken Win, Place or Show von Stan Douglas (1998), Gregor's Room II (1999) von Teresa Hubbard & Alexander Birchler, sowie Franciska Lambrechts dialogues (1995 - 2001) aus, um diese als Fallstudien f?r die in der Medienkunst enge Verbindung zwischen der inhaltlichen Konzeption auf der Ebene der Produktion und deren evidenten Fortsetzung auf der Ebene der Pr?sentation im Ausstellungsraum zu thematisieren.
Nikolaus Hirsch / Michel M?ller
Architekturb?ro in Frankfurt am Main.
Professoren an der Architectural Association London, am Institut f?r Angewandte Theaterwissenschaften der Universit?t Gie?en und der Hochschule f?r Gestaltung Karlsruhe
Die Verhandlung der Grenze
Die Architekten Nikolaus Hirsch und Michel M?ller werden anhand ihrer Projekte (u.a. Videonale 9, Sound-Architektur f?r Frequenzen-Hz, Soundchambers f?r das Museum Serralves in Porto, die Intervention f?r Kraft der Negation und Making Things Public) die Beziehung zwischen k?nstlerischen Medien und Architektur als Gegenstand einer permanenten Verhandlung untersuchen. Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten ?White Cubes? und ?Black Boxes? f?r die Behauptung eines architektonisch neutralen Zustandes standen, wird zunehmend deutlich, dass es in Zukunft weniger um generische, verallgemeinernde Positionen als vielmehr um die Herstellung von spezifischen Ausstellungssituationen gehen wird. Dieser Ansatz analysiert die Grenzen des Verh?ltnisses zwischen Kunst und Architektur, sowie die spezifischen Parameter eines Mediums und bindet diese selbstreflexiv in den Prozess der Ausstellungsgestaltung ein. Der Begriff der Grenze wird dabei im doppelten Sinn verstanden: Zum einen wird das strukturelle Verh?ltnis zwischen Kurator und Architekt in einem offenen Prozess verhandelt. Zum anderen werden die r?umlichen Elemente Wand, Decke, Boden als Grenze und ?bergang interpretiert, die auf Grund spezifischer Materialit?ten visuelle, akustische und taktile Parameter ?bersetzen.
Dr. Dieter Daniels
Professor f?r Kunstgeschichte und Medientheorie an der
Hochschule f?r Grafik und Buchkunst Leipzig
Mitbegr?nder der Videonale, Bonn
Werk, Wert, Ware: Videokunst im Wandel
Die Anfangszeiten der Videokunst waren von der Utopie einer Demokratisierung der Kunst durch die Massenmedien gepr?gt. Heute bilden Videoarbeiten einen Bestandteil von Kunstmarkt und Sammlungen, ihre Preise erreichen mittlerweile fast das Niveau von Fotografie und Malerei. Doch hat dieser Wandel nicht auch den Werkbegriff der Videokunst entscheidend ver?ndert? Und wenn ja, was bedeutet dann ?berhaupt noch der Begriff ?Videokunst? ?
Dr. Stephan Urbaschek
Kurator f?r Film und Video der Sammlung Goetz M?nchen
Site-specific Installations - zwischen Idealinstallation und real gegebener Architektur
Im Juni 2004 er?ffnete die Sammlung Goetz ihren neuen Medienbereich BASE 103, der speziell f?r die Bed?rfnisse von Film- und Videoarbeiten eingerichtet wurde. Entwicklung und Konzeption f?r den Umbau der R?ume werden vorgestellt. Anhand der ersten beiden Ausstellungen mit Werken von Emmanuelle Antille und Doug Aitken wird der praktische Umgang mit den vorhandenen Gegebenheiten und der notwendigen Anpassung der jeweiligen Installationen erl?utert. Aitkens Eraser und Antilles Radiant Spirits stellen das Bindeglied zum zweiten Teil des Beitrags dar. Dieser geht auf die gro?e Film- und Videoausstellung der Sammlung Goetz fast forward ein, die 2003/04 im ZKM in Karlsruhe als eine Gemein- schaftsproduktion der beiden Institutionen zu sehen war und von Februar bis April 2005 im Centro Cultural Conde Duque in Madrid in verkleinerter Form gezeigt wurde. Das Experiment des Transfers einer Ausstellung von einem Ort wie dem ZKM, wo die Installationen meist idealtypisch realisiert werden konnten, in das Conde Duque, wo die Architektur enge Vorlagen lieferte, wird hier beleuchtet.
Katharina Ammann
Kunsthistorikerin, promoviert ?ber das Ausstellen von Videokunst
Das Pr?sentieren von Video als Kunst
Geht man davon aus, dass Video durch die gew?hlte Ausstellungsform ?berhaupt erst sichtbar wird, erh?lt die Frage nach dieser Pr?sentation eine besondere Bedeutung: Geh?rt bei Video die Pr?sentation zur Kunst dazu? Wie schl?gt sich die Pr?sentationsfrage inhaltlich in der Videokunst nieder? Hier steht die These zur Diskussion, dass die Pr?sentationsform auch bei Ein-Kanal-Arbeiten zum Gesamterlebnis und damit zur Werkrezeption dazu geh?rt. Dass es sich bei der Pr?sentation von Video gerade nicht um ein rein kuratorisches Problem handelt, beweisen jene k?nstlerischen Positionen, die das Zeigen und Schauen von Videoarbeiten thematisieren. Er?rtert werden in diesem Zusammenhang Dan Grahams Videopavillons, Videotheken und -lounges von Grimonprez, Vece, Bulloch, u.a., sowie weitere Pr?sentations-Strategien mit dem Ziel, das rastlose Publikum zu ?fesseln?.
Roland Sch?ny
Kurator am O.K Centrum f?r Gegenwartskunst Linz
Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Wien
im Bereich Bildende Kunst und zeitgen?ssische Architektur
Mit dem Log-In Button in die Zone aktueller Sound-Bild-Architekturen
Zunehmend werden wir in ?sthetische Zwischenwelten und Zonen der Genre?berschreitung gef?hrt, die ?ber herk?mmliche Formen der Video- oder auch Computerkunst hinausweisen. Aus den Experimenten der Digital Culture heraus entwickelte sich eine neue K?nstlerInnen- Generation, f?r die es selbstverst?ndlich wurde, bewegtes Bild, Sound und Architektur konzeptuell miteinander zu verschalten. Durch Laptop und PC als zentrale Produktionsmittel in diesen urspr?nglich nebeneinander liegenden Bereichen entstanden M?glichkeiten zur Schaffung atmosph?risch durchgestalteter Raumsituationen, deren einzelne Parameter ?ber die digitale Matrix miteinander verzahnt sind. In der k?nstlerischen Arbeit am Computer laufen somit mehrere Diskursebenen und Gestaltungsprinzipien zusammen, die enorme R?ckwirkungen auf das vision?re Neudenken und die Wahrnehmung gegenw?rtiger Ausstellungssituationen haben. In Erg?nzung dazu wird die Umsetzung solcher ?bergreifen- der Konzepte im Rahmen der Reihe O.K spektral am O.K Centrum f?r Gegenwartskunst in Linz (Ober?sterreich) an Hand von Bildmaterial und Raumskizzen vorgestellt.