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Elektronenströme//Vortrag


Mittwoch, 14. November 2007, 19.00 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn

John Bock. Filme

vorgestellt von Esther Schlicht

John Bock
Palms, 2007
Video, 50 min.
Setfoto / Still photography: Jan Windszus
Kamera / Camera: David Schultz
Schnitt / Editing: Benjamin Quabeck
Realisiert mit Unterstützung der Schirn Kunsthalle Frankfurt und von Roy und Edna Disney / Cal Arts Theater (REDCAT), Los Angeles / Produced with the friendly support of Schirn Kunsthalle Frankfurt and with the support of Roy and Edna Disney / Cal Arts Theater (REDCAT), Los Angeles
© 2007 John Bock. All rights reserved.

 
Der deutsche Künstler John Bock ist in erster Linie für seine spektakulären, komisch-grotesken Aktionen bekannt, in denen sich Theater, Vorträge, Video, Installation und Skulptur in einzigartiger Weise durchdringen. In den letzten Jahren rückt das Medium Video zunehmend in den Vordergrund und löst sich von den performativen Vorträgen. Von ersten, rasant geschnittenen Kurzvideos geht Bock in jüngster Zeit zu deutlich längeren und narrativeren Filmen über, in denen er mit Schauspielern arbeitet und reale Kulissen nutzt, die er mit seinem eigenen Universum infiltriert. Wie in seinen Live-Auftritten zelebriert er auch hier eine bunte, gleichermaßen hintergründige wie absurde Welt, die von zahlreichen biografischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bezügen durchsetzt ist, sich einer rationalen Deutung aber entzieht. Vor dem Hintergrund der Ausstellung „John Bock. Filme“, die von Juni bis September 2007 in der Schirn Kunsthalle Frankfurt zu sehen war, wird das filmische Werk von John Bock anhand von Beispielen aus den Jahren 2001 bis 2007 präsentiert.

John Bock
Meechfieber, 2004
16 mm Film, 38:30 min.
Setfoto / Still Photography: Christina Zück
Kamera / Camera: David Schultz
Schnitt / Editing: Marc Aschenbrenner
Co-commissioned and co-produced by Fondazione Nicola Trussardi, Milan and Carnegie International 2004/05, Carnegie Museum of Art, Pittsburgh
Courtesy: Klosterfelde, Berlin; Anton Kern, New York
© 2004 John Bock. All rights reserved.

 
Esther Schlicht studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie, Philosophie und Film in Köln, Paris und Karlsruhe und arbeitet derzeit als Ausstellungsleiterin an der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

Wir würden uns sehr freuen, sie zu diesem spannenden Abend begrüßen zu dürfen!

 


Elektronenströme//Künstlergespräch



Dienstag, 11. September, 19.00 Uhr im Auditorium im Kunstmuseum Bonn

Marc Aschenbrenner/Knut Klaßen "Ich, Er und die Anderen"

Im Dialog stellen die deutschen Künstler Knut Klaßen und Marc Aschenbrenner
eine Auswahl ihrer Videoarbeiten vor und geben damit einen Einblick in ihr künstlerisches Werk.

 

Er will Ich, Er und die Anderen.
Ich und Er sind Akteure von Draisine.
Ich habe Kamera bei Gulli gemacht.
Und beim 1. Teil von 2. Sonne.
Und Kopffüssler. Ich dreh jetzt, kommst du in einer Stunde bitte.
Er ist Akteur in Liv.
Er hat Modell einer Handgranate für Liv gemacht.
Ich habs produziert und Kamera gemacht.
Ich habe für ihn Es ist verkraftbar geschrieben.
Er hat für mich warum das gebäude abfahren geschrieben.
Er hat mich angerufen und gesagt er will Seidennachthemden mit Spitzenrand.
Und dann sind da noch die Anderen.

Knut Klaßen Es ist verkraftbar
über Marc Aschenbrenner

Bei Marc Aschenbrenner ist die Figur Mittel zur Grenze zwischen dem, was man sagen kann und dem über das man nichts sagen kann.

Die Figur ist nicht von hier. Sie ist abstrakt, ein Instinktwesen.
Sie wird bewegt, ist meistens passiv. Und gleichzeitig stark. Ihre Handlung ist nicht handeln. Sie braucht einen Ort. Marc wird da Rauskommen, aus der Figur.

Die Materialien sind Plastik, Seide, Aluminiumstäbe, Motoren, Seidennachthemden mit Spitzenrand.

Die Performance ist mutwilliges nichtvorhersehen am Material entlang. Jedes Bild steigert sich zum Übergang. Marc kann den Übergang. Das sieht man beim Videoschnitt.

Marc Aschenbrenner will Teil der Gesellschaft sein. Er hat noch nicht abgerechnet. Es gibt keine Gesetze hier, man sieht Leichenteile, also noch nicht, aber hier wärs ok, und es ist verkraftbar.

Marc Aschenbrenner warum das gebäude abfahren
über Knut Klaßen Liv

warum das gebäude abfahren.
man versteht bob nicht. das ist eine diskriminierung wenn man deutsch sprechen MUSS.
MASS NEHMEN, NÄHEN, ANZIEHEN  G E I L !
also er ist echt ein geiler typ. ich bin total neidisch.
die spitze aus alu ist ein bisschen mehr als wie man wollte.
am anfang gefällt mir sabine nicht. und dann...super.
S U P E R !....chris ist wow.....wow......sabine......toll....und dann der übergang in
dieser schleife
überrascht bin.
und dann komm ich und ich bin schlecht weil tonschnitt.
er ist gut.
toll balance
toll
super
ich bin der süchtige, und er ist super. ich bin eifersüchtig.
jette ist gut - das erste mal schauspiel.
weiße menschen.
ich und jette müssen da raus.
der höhe punkt war.
S C H Ö N.
so hab ich mich noch nie gesehen.
jette schlecht - sabine gut.
das ablesen von jette ist nett...
wow
ja toll
dann plötzlich die handgranate.
und die ist gegen deinen film nur ein pfurz.
sabine stark..
genial.
ich habe die ganze zeit geschrieben, und wenn nix dasteht war ich im film versunken.

Folgende Arbeiten werden von den Künstlern vorgestellt:

Marc Aschenbrenner/ Knut Klaßen Draisine

Knut Klaßen Li

Marc Aschenbrenner Gulli

Marc Aschenbrenner Zweite Sonne

Marc Aschenbrenner Kopffüssler

Marc Aschenbrenner Goldraum 02


Knut Klaßen Liv





Elektronenströme


Elektronenströme // John Baldessari

Ausgewählte Videos aus dem Frühwerk vorgestellt von Dr. Stefan Gronert und Georg Elben

Mittwoch, 27. Juni 2007, 19 Uhr, Auditorium im Kunstmuseum Bonn

 

Stills aus: John Baldessari, TITLE, 1972

Zwischen 1970 und 1977 entstehen zahlreiche Videos und Filme von John Baldessari, die das Medium in einer gewohnten Mischung aus Sachlichkeit und Ironie untersuchen, aber sich nicht nur auf den Kontext der Kunst beschränken. In der aktuellen Ausstellung des Kunstmuseums "John Baldessari: Music" sind bereits sieben Arbeiten zu sehen, u.a. das legendäre Video "Baldessari Sings LeWitt". Im Dialog zwischen Dr. Stefan Gronert, Kurator der Baldessari-Ausstellung, und Georg Elben, dem Leiter der Videonale, werden in dieser Veranstaltung fünf weitere Filmbeiträge dieses kunsthistorisch erstaunlich wenig bekannten Werks von Baldessari vorgestellt und diskutiert.

Stills aus: John Baldessari, Short Films, 1974





Elektronenströme //Anke Schäfer „Videopool Körperein/satz“
Mittwoch, 30. Mai 2007, 19 Uhr, Auditorium im Kunstmuseum Bonn

Schon immer hat mich die Kommunikation, die neben dem Verbalen über den Körper stattfindet, besonders interessiert: die dadaistischen Lautgedichte, wo die Körperlichkeit der Stimme und des Mundes in den ganzen Leib zurückdröhnt, die Tänze von Schamanen, die Körperaktionen in den Happenings der 60er/70er Jahre, der japanische Buto-Tanz, der als „Rebellion des Körpers“ in die Tanzgeschichte einging, die ganz konkrete, auch politisierte Rebellion von Frauen, die Performance als ein Mittel gegen gesellschaftliche Diskriminierung und Festschreibung für sich entdeckten. (Anke Schäfer, 2007)

A-O-U-X  von Patrycja German, © D, 2004

Die Kamera, die ursprünglich rein als Mittel zu Aufnahme oder Dokumentation diente, geriet mehr und mehr in den Fokus der wissenschafltichen Diskussion und wurde bald selbst Gegenstand der künstlerischen Arbeiten. Das Medium galt als aufgeladen von einem durch Geschlecht und Machtverhältnisse determinierten Blick. Mittels technischer Verfremdung wie die Fragmentierung des Bildes wurde dieses Selbstverständnis (auf)gebrochen.

BURN OUT, Yasu Ichige, © 1996

In den Videoarbeiten der Künstlerin Anke Schäfer steht die darin stattfindende Performance im Wechselspiel zu der späteren Präsentationform: so spielt die Projektionsleinwand in „Undercover“ bereits in der Aufnahme und Durchführung der Performance selbst eine entscheidende Rolle, in der sich Alles ineinander fügt: die vorübergehene live Performance, das (auch zu täuschende) Auge der Kamera,  die (un)sichtbaren Eingriffe in der digitalen Nachbearbeitung, die spätere Form der Präsentation der Videoarbeit.  Das Live meint deutlich nicht „hier und jetzt“, und hat mit „Leben“ / „Life“ noch weniger gemeinsam als nur das „f“.

UNDERCOVER von Anke Schäfer,  © NL, 2003

Anke Schäfer gründete 2006 den Videopool „Körperein/satz“, der bis Dato 45 Videoarbeiten in Form von Preview-DVDs von den 70er bis Heute fasst. Gemeinsamer Nenner der Arbeiten sind Performances und Körperaktionen, die mit der Videokamera aufgenommen oder eigens dafür inszeniert wurden. Mit jeder Präsentation wächst der Videopool um mindestens fünf weitere Arbeiten, die vom Gastgeber ausgewählt werden.

Während der Lesung sollen einige Arbeiten aus dem Videopool „Körperein/satz“ in kompletter Länge gezeigt werden. Desweiteren sollen Fragen zum Projekt sowie Gedanken über den Körper im Verhältnis zur Videokunst, zu dem Auge der Kamera und zur digitalen Technik vertieft werden.

 

GAY KING von Risk Hazekamp, © NL, 2006

 

www.koerpereinsatz.net

www.livemovie.org





Elektronenströme


Elektronenströme // Anne-Kathrin Auel

Mittwoch, 11. April 2007, 19 Uhr, Auditorium im Kunstmuseum Bonn

IN ZEIT-RÄUME EINTAUCHEN


In der parallel zur Videonale laufenden Veranstaltungsreihe „Elektronenströme" präsentiert Anne-Kathrin Auel (wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunsthochschule Kassel) zur VIDEONALE 11 in ihrem Vortrag „Videoinstallationen – In Zeit-Räume eintauchen" die Installationen des Niederländers Aernout Mik und der finnischen Künstlerin Eija-Liisa Ahtila.  

Veranstaltungen





Elektronenströme //


Elektronenströme//Künstlergespräch

Mittwoch, 14.02.2007, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn 

Dokumentarfilm mit Künstlergespräch

"Tokyo Star" von Nina Fischer und Maroan el Sani

©Nina Fischer & Maroan el Sani

Digi Beta, 16:9, Farbe, Stereo, 78 Min., japanische OF mit deutschen o. englischen UT

Tokyo Star ist ein Film über die Schöpfung von „Idorus” in Japan.
Im Mittelpunkt stehen Porträts von 6 Jugendlichen in Tokio, die
zusammen den klassischen Weg eines Popstars bzw. Idols dokumentieren:
Ausbildung, Debüt, Karriere. Der Film zeigt die Ausbildungsmethoden
japanischer Talentschulen, beobachtet Trainingsstunden,
Auditions, Debüts, Konzerte, erzählt von den Träumen, Erwartungen
und Ängsten der Protagonisten, von den Strategien der Agenten
und Produzenten. Welche Vorbildfunktion, welche Identität, welches
künstliche Image und welches Selbstverständnis besitzen „Idorus”?
Was bleibt am Ende übrig? Ein Produkt oder eine Persönlichkeit?

„Ich wußte selbst noch nie, was für ein Image ich darstellen wollte.
Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Wenn ich im TV oder
in Zeitungen als Sängerin zu sehen bin, wird gesagt, daß die Leute
Angst vor mir haben. Aber ich selbst versuche immer, mich natürlich zu
geben.”
-Mika Nakashima in Tokyo Star-


unterstützt von der



und gefördert durch die

 

der

 
und durch den
Ministerpräsidenten des
Landes Nordrhein Westfalen





Elektronenströme//Vortrag: Anna-Catharina Gebbers




Mittwoch, 24.01.2007, 19 Uhr, Kunstmuseum Bonn

Anna-Catharina Gebbers:

 
Video und Performance

Performance Art ist flüchtig und quecksilbrig. Egal ob Tanz, Theater, Happening, Aktionskunst oder eben Performance Art – alle diese Formen beinhalten ein lebendiges Element und die menschliche Präsenz, d.h. einen oder mehrere Körper im Raum sowie einen spezifischen Moment bzw. eine definierte Zeitspanne.

Viele Performance-Künstler haben nicht die Absicht, darüber hinaus irgendeine Form von Objekt zu produzieren. Nichts desto trotz fühlen sich viele veranlasst, ein Zeugnis ihrer Aktivitäten zu schaffen:
Dies geschieht häufig durch das Medium Video (sowie Fotografien oder Überbleibsel der Performance). Video- bzw. Film-Aufzeichnungen verhelfen so einer Performance zur möglichen Ikonenhaftigkeit. Und unter Umständen wird die Performance auch nur für die Kamera inszeniert oder ein Video ist Bestandteil der Performance.

Die Geschichte der Performance Art und ihre Bildtradition setzen sich daher aus launenhaften, disparaten Bruchstücken zusammen:
Augenzeugenberichte und Manifeste, sowie Dokumentationen vorübergegangener Augenblicke auf körnigen Fotografien, auf mit der Handkamera gefilmten Videos oder durch sorgfältig produzierte Filme. 
Belege, die entweder holprig grobe Relikte oder hingebungsvoll komponierte Bilder sind, stehen dabei dem spektakulären Ereignis, das überhaupt nicht physisch dokumentiert wurde, gegenüber.

Daraus ergeben sich Fragen nach dem komplexen Gefüge aus Performance und Dokument, Ereignis und Objekt, aber auch nach der Konstellation von Zufall, Kontrolle und unbewussten Elementen sowie Fakt und Fiktion. Inter- und Transmedialität sprechen zudem von der ständigen Erweiterung und Veränderung gängiger Bild- und Gattungsbegriffe. Der Vortrag wird Beispiele aus dem weiten Feld des Zusammenspiels von Performance Art und Video bzw. Film herausgreifen, um einige dieser Aspekte zu diskutieren.

 

Anna-Catharina Gebbers ist international als Kuratorin und Autorin tätig und lebt in Berlin. Sie kuratierte u.a. Ausstellungen für die 3. Triennale der Photographie Hamburg, für die 4. Berlin Biennale und initiierte das Ausstellungs- und Performance-Projekt The Three Cities: Berlin, Milan, London. Gebbers ist Autorin für Katalogtexte über Künstler wie Thomas Scheibitz und Thomas Schütte und ihre Texte werden u.a. in Zeitschriften wie Artist und Frieze Magazine veröffentlicht. In Berlin veranstaltet sie zudem Ausstellungen, Performances und Vorträge in ihrer BIBLIOTHEKSWOHNUNG.

 

unterstützt von der

und
gefördert durch den
Ministerpräsidenten
des Landes
Nordrhein Westfalen

 



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